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Oktoberfest 2013:Freier Fall und freie Tische

Die Oide Wiesn 2011.

Diesmal wieder mit dabei: die Oide Wiesn.

(Foto: Stephan Rumpf)

Schwindelerregende Fahrgeschäfte, mehr Angebote für Fisch-Freunde und natürlich die geänderte Reservierungspraxis: Wirtschaftsreferent Dieter Reiter stellt die Neuheiten für die diesjährige Wiesn vor. Nur beim Thema Bierpreis wird er betont einsilbig.

Von Peter Fahrenholz

Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (SPD) ist überzeugt, dass es heuer auf der Wiesn wegen der geänderten Reservierungspraxis deutlich mehr freie Plätze geben wird als in den Vorjahren. Reiters Gesamtrechnung, die er beim traditionellen Wiesn-Ausblick vorlegte, sieht so aus: Insgesamt gebe es während der zwei Wiesn-Wochen 1,8 Millionen Plätze in Zelten und Biergärten. Davon, so Reiter, seien 900.000, also die Hälfte, reservierungsfrei. Unter der Woche müssten nach dem neuen Modell 25 Prozent aller Plätze in den Zelten von Reservierungen frei gehalten werden. Sonn- und Feiertags bleiben bis 15 Uhr die Hälfte aller Plätze reservierungsfrei, danach sind es noch 35 Prozent.

Ob man mit diesem System leichter einer freien Platz im Bierzelt ergattern kann, ist damit allerdings nicht gesagt. Denn um den Besucheransturm zu bewältigen, der vor allem ab dem Nachmittag einsetzt, reicht die Kapazität der riesigen Wiesn-Zelte nicht aus, weswegen sie regelmäßig wegen Überfüllung geschlossen werden müssen.

Wie in jedem Jahr wird es auch heuer auf der Wiesn neue Attraktionen bei den Fahrgeschäften geben. Besonders spektakulär verspricht dabei der "Sky Fall" zu werden. Aus 70 Metern Höhe wird eine Gondel ausgelöst, die dann im freien Fall in die Tiefe rauscht und unten von einer Magnetbremse gestoppt wird. Auch die größte mobile Abenteuerbahn "Odyssee" hat in diesem Jahr Premiere auf dem Oktoberfest.

Besonders lobend hob Reiter bei der Präsentation der Neuheiten ein Laufgeschäft namens "Pirates Adventure" hervor, das die Gäste in die Welt der Seeräuber entführen will. Denn Eltern, die mit ihren Kindern die elektronisch gesteuern Erlebniskammern besuchen, in denen etwa ein Schiffsuntergang simuliert wird, können den Rundgang nach der ersten Kammer abbrechen, wenn es die Kleinen zu sehr gruselt. In diesem Fall wird das Eintrittsgeld erstattet.

Kulinarisch soll in diesem Jahr vor allem den Fisch-Freunden mehr geboten werden. Der "Fisch-Bäda" wird erweitert und bietet jetzt auch Sitzplätze. "Da kann man sich, wenn man mag, sogar Hummer und Langusten reinziehen", sagte Reiter. Und beim Flammlachs-Standl werden Lachse über Buchenholz geräuchert.

Nach der Zwangspause im vergangenen Jahr wegen des Landwirtschaftsfestes wird heuer auch die "Oide Wiesn" wieder eine der Hauptattraktionen des gesamten Oktoberfestes werden. Die historische Wiesn werde mehr Platz bieten, es sollen Flächen geschaffen werden, auf denen sich die Besucher auch ohne Konsumzwang niedersetzen können, um das bunte Treiben zu beobachten. Außerdem wird es heuer möglich sein, das kostenpflichtige Gelände der "Oiden Wiesn" nach Verlassen jederzeit wieder zu betreten. Dazu sollen Armbänder ausgegeben werden.

Zum Bierpreis, einem traditionellen Aufregerthema, gab sich Dieter Reiter betont einsilbig. Der Preis liege in diesem Jahr zwischen 9,40 und 9,85 Euro (im Vorjahr lag er zwischen 9,10 und 9,50 Euro). "Mehr sage ich dazu jetzt nicht", sagte Reiter. Umso klarer lehnten dafür sowohl Reiter als auch Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid (SPD) alle Ideen ab, das Oktoberfest zum immateriellen Weltkulturerbe erklären zu lassen.

© SZ vom 26.07.2013/bela
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