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Odeonsplatz:Die Feldherrnhalle bröselt

Blaue Stunde in München

Ein Wahrzeichen der Stadt: Von der Feldherrnhalle aus blickt man auf die Ludwigstraße mit ihren Prachtbauten.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)
  • Die Feldherrnhalle am Odeonsplatz weist witterungsbedingte Flecken und Risse auf.
  • Seit den Fünfzigern wurde sie nicht mehr saniert. Jetzt soll es eine Renovierung "in absehbarer Zeit" geben.
  • Ex-Finanzminister Faltlhauser schlägt in Briefen an OB Reiter und Finanzminister Söder Alarm. Er findet: Auch das Siegestor macht keinen guten Eindruck.

Schwarze Flecken, bröselndes Gestein: Die Witterung und andere Umwelteinflüsse haben der Feldherrnhalle am Odeonsplatz stark zugesetzt. Wer genauer hinschaut, erkennt an dem historischen Bauwerk viele Stellen, die das Erscheinungsbild beeinträchtigen. Die letzte größere Beseitigung von Schäden fand in den Fünfzigerjahren statt. Im nächsten Doppelhaushalt des Freistaates Bayern für die Jahre 2017 und 2018 soll im Rahmen der großen Baumaßnahmen der Schlösserverwaltung nun auch die Feldherrnhalle berücksichtigt werden. Damit könne man die Renovierung "in absehbarer Zeit" beginnen, teilt Finanzminister Markus Söder (CSU) mit.

Mitte August hatte sein Vorgänger, der frühere Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU), in Briefen an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und an Markus Söder Alarm geschlagen. Sowohl die Feldherrnhalle als auch das Siegestor am anderen Ende der Ludwigstraße machten keinen guten baulichen Eindruck mehr und müssten hergerichtet werden. Die Ludwigstraße glänze mit ihren renovierten Häusern heute wie nie zuvor in der Nachkriegszeit. Umso mehr seien Stadt und Staat aufgerufen, die beiden Bauten, die die Prachtstraße begrenzen, alsbald zu sanieren.

"Natürlich treten bei Naturstein-Denkmalen umweltbedingte Verunreinigungen auf"

Auch Oberbürgermeister Dieter Reiter meldete sich bei Faltlhauser. Eine umfangreiche Generalsanierung des Siegestors, für das das städtische Baureferat zuständig ist, habe in den Jahren 1995 bis 1999 stattgefunden. Seitdem prüfe man das Bauwerk jedes Jahr auf seinen Zustand. Eventuelle Mängel würden dokumentiert und so schnell wie möglich beseitigt. "Natürlich treten bei Naturstein-Denkmalen umweltbedingte Verunreinigungen auf", schreibt Reiter. Diese erforderten allerdings beim Siegestor noch keine Komplettreinigung.

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Jetzt gehe es erst einmal darum, die Umgebung des Siegestores neu zu gestalten. An den Rändern der bisherigen Straßenflächen in Richtung Universität sollen auf den dann breiteren Gehwegen Bäume gepflanzt werden. Der Stadtrat werde sich mit diesem Thema befassen.

Dass vor allem bei der Feldherrnhalle dringender Handlungsbedarf besteht, betont auch Anette Ritter-Höll. Sie ist die Geschäftsführerin der Feldafinger Ritter GmbH, die für Natursteinberatung und -begutachtung zuständig ist. Die Firma hatte auch bei der Sanierung des Siegestors mitgewirkt; dieses Bauwerk sei zwar an manchen Stellen unschön, aber keineswegs total marode.

Risse, Wasserflecken, Ablagerungen

Ein anderes Bild biete sich an der Feldherrnhalle. Dort könne man massive Verwitterungsprozesse und Zersetzungen des Gesteins durch die Einwirkung von Wasser gut beobachten; auffällig seien auch Risse und Ablagerungen. Damit sei klar, dass Wasser in das Mauerwerk der Feldherrnhalle eindringen könne. Ein Feuchtefleck an der Unterseite der Gewölbe sei ein weiterer Beweis dafür.

Ins Mauerwerk an der Feldherrnhalle kann Wasser eindringen, die Folgen sind deutlich sichtbar.

(Foto: Stephan Rumpf)

"Manche Themen mögen auch nur optischer Natur sein, wie Verlust der Oberfläche oder Abscheren des Sockelsteins, dennoch ist dies auch kein Ruhmesblatt", schreibt Anette Ritter-Höll an Faltlhauser und dokumentiert die Schäden mit entsprechenden Detailfotos. Die aktuellen Bilder gäben jedenfalls Anlass zum Handeln. Zunächst wäre eine genaue Bestandsaufnahme der Mängel wichtig.

Dem bayerischen Finanzministerium unterstehen mit der Schlösser- und Seenverwaltung große Bereiche des kultur- und landesgeschichtlich bedeutsamen Bauerbes. Als Kurt Faltlhauser, jetzt als Anwalt in einer Kanzlei tätig, noch im Amt war, engagierte er sich speziell für Bauthemen in München. Einer seiner Schwerpunkte war die Residenz mit der Allerheiligen-Hofkirche, dem Cuvilliéstheater und dem Herkulessaal. Er setzte sich aber auch dafür ein, dass das Verkehrszentrum des Deutschen Museums in den alten Messehallen auf der Schwanthalerhöhe eine neue Heimat fand. Nach wie vor ist dem 75-Jährigen die Umgestaltung des Max-Joseph-Platzes vor der Oper und der Residenz ein Anliegen, die Autos sollen verschwinden. Ein entsprechendes Konzept wird derzeit bei der Stadt erarbeitet.