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Obi-Märkte wechseln zu Hagebau:Frische Farbe für die Baumärkte

GERMERING: OBI - Baumarkt / Symbolbilder

16 der bislang 20 Obi-Märkte in der Region wechseln zu Hagebau

(Foto: Johannes Simon)

Wer Farbe, Nägel oder einen Gartenschlauch braucht, wird bald nur noch in vier statt bisher 20 Baumärkten der Marke "Obi" einkaufen können. 16 Märkte in der Region werden bis zum Jahresende zur Hagebau-Kette wechseln. Dahinter steckt ein harter Preiskampf.

Von Katja Riedel

Die drei großen orangefarbnen Buchstaben werden zwar nicht ganz aus der Region verschwinden. Doch wer Farbe, Nägel oder einen Gartenschlauch braucht, wird bald nur noch in vier statt bisher 20 Baumärkten der Marke "Obi" einkaufen können. Denn auf einen Schlag verliert Obi seine Marktführerschaft im Großraum München: 16 Märkte in der Region werden bis zum Jahresende zur Hagebau-Kette wechseln.

Dass acht Märkte, darunter viele Münchner, zum 1. Oktober umfirmieren werden, stand bereits seit Januar fest. Am Dienstag wurde nun bekannt, dass zum 1. Dezember auch die Obi-Filialen in Germering, Fürstenfeldbruck, Starnberg, Eching, Freising, Penzberg, Brunnthal und Pfaffenhofen/Ilm Namen und Sortiment wechseln werden.

Hinter der spektakulären Umfirmierung steht ein kompliziertes Betreiber-Modell und ein harter Preiskampf. Die bisherigen Niederlassungen betreibt Obi nämlich nicht selbst, sondern die HEV Heimwerkermarkt Verwaltungs GmbH. Diese gehört vier Familien, die mit Obi bislang auch gute Geschäfte gemacht hatten: Im Jahr 2011 erwirtschafteten die 16 Märkte einen Umsatz von 210 Millionen Euro. Dennoch beschlossen die Familien, die Zusammenarbeit mit Obi komplett zu beenden und zu Hagebaumarkt zu wechseln. Darauf habe man sich nun "einvernehmlich geeinigt", sagte ein Sprecher der HEV.

Denn vorangegangen war ein Konflikt: Obi, das die Mehrzahl der mehr als 330 deutschen Filialen selbst betreibt, hatte den Franchisevertrag nach 20 Jahren Laufzeit gekündigt und einen neuen angeboten - zu Konditionen, die für Obi günstiger ausfielen als für den Franchisenehmer. Auf diese Bedingungen wollte sich die HEV nicht einlassen.

Entscheidungen selbständiger treffen

Nun haben sie sich Hagebau angeschlossen. Denn dort, heißt es seitens HEV, könnten die Märkte unternehmerische Entscheidungen selbständiger treffen. Hagebau ist ausschließlich im Franchisesystem organisiert, und wer einen Hagebaumarkt betreibt, wird zugleich Mitgesellschafter und kann so selbst Einfluss nehmen.

Auch an anderen Standorten, im Umland etwa in Miesbach und Weilheim, sind Betreiber kürzlich zu Hagebau gewechselt. Einen der bisherigen Obi-Märkte wird die HEV zum 30. September komplett schließen: den in Martinsried. Die dortigen Mitarbeiter würden in anderen Filialen eingesetzt, alle insgesamt 1200 Arbeitsplätze blieben trotz des Wechsels erhalten, so der HEV-Sprecher. Zudem soll auch der gerade entstehende Neubau in Sendling als Hagebaumarkt eröffnen.

Branchenexperten rechnen damit, dass Obi seinerseits in München wieder an Stärke gewinnen will - mit eigenen Märkten. Dessen Geschäftsführung war am Dienstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

© SZ vom 29.05.2013
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