ObersendlingHandgranaten-Fund war inszeniert

Das vermeintliche Opfer eines Handgranaten-Anschlags sitzt jetzt selbst in Untersuchungshaft.
Das vermeintliche Opfer eines Handgranaten-Anschlags sitzt jetzt selbst in Untersuchungshaft. (Foto: David Inderlied)

Das angebliche Opfer wollte seine Ex-Partnerin eines Mordversuchs bezichtigen. Im Zuge der Ermittlungen geriet der Mann aber zunehmend selbst ins Visier der Fahnder.

Das Rätsel um eine in Obersendling aufgefundene Handgranate ist gelöst: Die Polizei hat den 37-jährigen Mann festgenommen, der behauptet hatte, seine Ex-Partnerin habe das Sprengmittel an seinem Auto platziert, um ihn umzubringen.

Der Mann hatte am 1. April abends beim Polizei-Notruf angerufen und gemeldet, dass er die Handgranate in der Siemensallee in Obersendling an seinem Porsche Macan gefunden habe. Tatsächlich war an der Windschutzscheibe eine Granate drapiert. Sie war zwar scharf, aber nicht so angebracht, dass sie hätte explodieren können.

Der Mann geriet schnell selbst ins Visier der Ermittler. So hatte er, der doch angeblich gerade einem Mordanschlag entkommen war, sich bald vom Auffindeort entfernt. Die Ermittlungen richteten sich mehr und mehr gegen ihn – dabei wurde bekannt, dass er seine ehemalige Partnerin regelrecht gestalkt hatte, ebenso einige ihrer Vorgängerinnen.

Am 15. April wurde die Wohnung des Mannes durchsucht, dabei wurden zahlreiche Mobiltelefone sichergestellt, die jetzt noch ausgewertet werden müssen. Am 2. Mai wurde er aufgrund eines Haftbefehls festgenommen, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt.

Die Herkunft der Handgranate ist noch unklar. Ermittelt wird gegen den Mann nun wegen falscher Verdächtigung, Nachstellung und eines Vergehens nach dem Sprengstoffgesetz.

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