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Obermenzing/Untermenzing:Moratorium fürs Erdbeerfeld

Erdbeerenwiese in Allach, 2020

Vorerst aus dem Feuer: Erst nach Prüfung diverser Standortvarianten für den Schulneubau wird über das Schicksal der Erdbeerenwiese entschieden.

(Foto: Florian Peljak)

Bezirksausschüsse einigen sich in gemeinsamer Sitzung auf weiteres Vorgehen

Womöglich hätten sich die politischen Gremien der beiden Stadtbezirke eine Menge Ärger erspart, wenn sie schon früher zusammengefunden hätten in einer Angelegenheit, die die Bürger in Ober- und Untermenzing zuletzt sprichwörtlich auf die Straße gebracht hat. Die Rede ist von einem möglichen Schulbauprojekt auf der sogenannten Erdbeerenwiese an der Weinschenkstraße, einem Grünzug, der die beiden Menzings verbindet. Nun hat sie also stattgefunden dieser Tage, die gemeinsame Sitzung der beiden Bezirksausschüsse (BAs) Pasing-Obermenzing und Allach-Untermenzing. Im Rathaus Pasing hat man nicht-öffentlich getagt, vier Stunden lang.

Das teilt Frieder Vogelsgesang (CSU) mit, der von den beiden BA-Vorsitzenden Romanus Scholz (Grüne) und Heike Kainz (CSU) damit betraut wurde, der Öffentlichkeit vom Ergebnis der Sitzung zu berichten. Laut Vogelsgesang haben dort Vertreter verschiedener städtischer Referate und der Berufsfeuerwehr München zunächst erläutert, warum die Projekte, die derzeit im Feuer stehen, notwendig seien: eine neue Feuerwehrwache sowie der Neubau der Carl-Spitzweg-Realschule. Die Suche nach geeigneten Standorten für diese Vorhaben gestaltet sich bekanntlich schwierig. Nach vehementen Bürgerprotest gegen die Bebauung der Frischluftschneise Erdbeerenwiese wurde der Standort Weinschenkstraße aktuell aus dem Beschluss zum Schulbauprogramm herausgenommen, und bisher nicht vom Stadtrat behandelt. "Für den Neubau der Realschule ist eine neue Beschlussvorlage erforderlich. Diese ist derzeit für Sommer 2020 avisiert", erklärt Vogelsgesang. Nach intensiver Diskussion sei nun zwischen den beiden Bezirksausschüssen und der Verwaltung vereinbart, dass verschiedene Aspekte der Planung hinterfragt und untersucht würden. Unter anderem solle ein weiträumiges Klimagutachten erstellt werden, zudem soll auch die Notwendigkeit einer Bogenschützenhalle im Zusammenhang mit dem Schulneubau hinterfragt werden.

Wie Vogelsgesang erläutert, will das Planungsreferat nun diverse Standortvarianten "in der Tiefe" prüfen. Das sind zunächst die bereits bekannten umstrittenen Planungen. Diesen zufolge könnte der Realschulkomplex samt Sport-, Schwimmhalle und Kita auf der Erdbeerenwiese südlich der Weinschenkstraße entstehen oder aber alternativ auf dem Gelände der nahen Bezirkssportanlage an der Prof.-Eichmann-Straße, die dann wiederum ihre Flächen auf der Erdbeerenwiese bekäme. In beiden Varianten ist die neue Feuerwache nahe der Von-Kahr-Straße vorgesehen. Das Referat wird nach dem Willen der Bezirksausschüsse nun aber weitere Standortvarianten der einzelnen Einrichtungen sowie eine Minimalversion prüfen. Laut Vogelsgesang auch eine "Kompaktvariante" ohne Feuerwehr, Bogenschießanlage und Schwimmhalle, für die dann Alternativstandorte gefunden werden müssen; zudem einen im Stadtrat eingebrachten CSU/FDP-Antrag für einen "Sport-Campus" an der A 8, der im BA Pasing-Obermenzing knapp durchgefallen war.

Wenn die Prüfergebnisse zu diesen Planungsvarianten vorliegen, so die Übereinkunft, werden beide Bezirksausschüsse und die Referate wieder zusammentreten. Und erst nachdem die Bürger beider Stadtbezirke dann in diese Ergebnisse einbezogen worden seien, könne sich der Stadtrat mit der Neubauplanung der Carl-Spitzweg-Realschule erneut befassen. Bis dahin, so Vogelsgesang, "bleibt das Erdbeerfeld so, wie es ist".

© SZ vom 11.03.2020

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