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Obermenzing:Blühender Kirchplatz

Die Pfarrei Leiden Christi möchte Pflanztröge behalten - doch die Stadt lehnt ab

Von Jutta Czeguhn, Obermenzing

Im vergangenen Sommer war plötzlich sehr viel möglich im Münchner Stadtbild, Schanigärten auf Parkplätzen und Gehwegen, Fahrradstraßen, wo zuvor Autos brausten. Jene Sommerstraßen und verkehrsberuhigten Zonen waren freilich temporär. Auch die Obermenzinger Passionistenstraße gehörte dazu. Deshalb wurden im Bereich des Kirchplatzes von Leiden Christi Pflanztröge aufgestellt, die die Durchfahrt für Autos versperrten. Vertreterinnen und Vertreter der Pfarrei Leiden Christi waren mit dem Wunsch an den Bezirksausschuss (BA) Pasing-Obermenzing herangetreten, dass diese Neuordnung doch bitte dauerhaft beibehalten werden könnte. Mit dem Betrieb des Kindergartens wäre diese Straßengestaltung zum Beispiel ein großer Gewinn. Da die Straße nur von wenigen Anwohnern als Durchfahrt zu ihren Anwesen benötigen würde, hat der BA dieses Anliegen unterstützt und den Antrag an die Stadt weitergereicht.

Nun haben das Planungs- und das Baureferat mit dem Kreisverwaltungsreferat Stellung genommen, allerdings so, dass sich weder der BA noch die Kirchengemeinde darüber freuen dürften: "Eine dauerhafte Beibehaltung des temporär angeordneten verkehrsberuhigten Bereichs lediglich durch ein Belassen der Pflanztröge ist aus verkehrsrechtlichen Gründen leider nicht möglich." Dazu, so der Hinweis, wäre eine bauliche Neugestaltung des Straßenabschnitts erforderlich, um durchgängig Niveaugleichheit herzustellen und dauerhaft die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Allerdings halten die Referate die "gestalterische Qualität" der Passionistenstraße im Vergleich zu anderen Orten im Stadtgebiet für sowieso schon "recht hoch". Ein Umbau wäre angesichts der "absehbar knappen städtischen Finanzmittel" nicht verhältnismäßig. Zudem gebe es im Baureferat keine Kapazitäten für eine dauerhafte Aufstellung und Pflege von Pflanztrögen im Stadtgebiet.

© SZ vom 06.02.2021
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