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Obergiesing:Schutzwürdiges Ensemble

Für die Feldmüllersiedlung stellt die Stadt einen Bebauungsplan auf

Damit sich ein extremes Ärgernis wie der illegale Abriss des Handwerkerhauses an der Oberen Grasstraße 1 vor drei Jahre nicht wiederholt, hat die Stadt jetzt die Initiative ergriffen: Zur Sicherung der historisch gewachsenen städtebaulichen Struktur in der "Feldmüllersiedlung" soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden, heißt es in einer Meldung der Rathaus-Pressestelle. Demnach umfasst das anvisierte Planungsgebiet im Stadtbezirk 17 eine Größe von zirka 1,3 Hektar. Es befindet sich beidseitig der Aignerstraße, südlich der Gietlstraße, westlich der Tegernseer Landstraße, nördlich der Kiesstraße, westlich der Unteren Grasstraße und nördlich der Ichostraße. Umfasst seien insbesondere zahlreiche Einzelbaudenkmäler, die das Ensemble "Feldmüllersiedlung" bilden.

Eine neue städtebauliche Entwicklung würde den Charakter der bis heute erhaltenen Struktur deutlich verändern: Sie sei von einer Mischung verschiedener Bauzeiten und -höhen sowie der Kleinteiligkeit der Gebäude geprägt. Daher formuliert die Verwaltung als ihr Ziel, die historisch gewachsenen und als schutzwürdig erachteten Verhältnisse zu erhalten. Gemeint ist damit insbesondere auch die kleinmaßstäbliche, teils eingeschossige Bebauung, die zwingender Bestandteil der bestehenden und gewünschten städtebaulichen Struktur sei. Der Stadtrat soll laut Pressestelle mit dem Aufstellungsbeschluss nach der Anhörung des Bezirksausschusses im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung am 28. Oktober befasst werden.

Laut Stadtbaurätin Elisabeth Merk soll der Bebauungsplan dabei helfen, den historischen Charakter der Feldmüllersiedlung auch für künftige Generationen zu erhalten. Und sie fügt hinzu: "Vorgänge wie der Abbruch des Uhrmacherhäusls bis auf die Giebelwände und Grundmauern machen deutlich, dass dieses Ziel nicht nur im Einzelfall gefährdet ist."

© SZ vom 13.10.2020 / gru
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