Obergiesing:Neue Bürowelten

Obergiesing: Nachverdichtung: Der Siebzigerjahre-Komplex der VKB an der Deisenhofener Straße soll einem 40 0000-Quadratmeter-Neubau weichen.

Nachverdichtung: Der Siebzigerjahre-Komplex der VKB an der Deisenhofener Straße soll einem 40 0000-Quadratmeter-Neubau weichen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Versicherungskammer Bayern will ihren Standort ausbauen und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen

Von Hubert Grundner, Obergiesing

Die Versicherungskammer Bayern (VKB) plant, ihren Giesinger Bürostandort an der Deisenhofener Straße zu modernisieren und zu erweitern. Diesem Ziel hat der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung in seiner jüngsten Sitzung den Weg geebnet: Die Stadträte haben für den erforderlichen Bebauungsplan den Aufstellungsbeschluss gefasst - "ein wichtiger Planungsschritt für das Projekt", wie es aus der Rathaus-Pressestelle dazu heißt. Darüber hinaus wurde entschieden, für das städtebauliche und landschaftsplanerische Konzept ein so genanntes Workshop-Verfahren durchzuführen.

Am Konzernsitz und Hauptstandort in der Maximilianstraße hat die VKB (Stand 2018) circa 1100 und am Standort Giesing circa 4000 Arbeitsplätze. Laut Beschlussvorlage möchte der Versicherer auch zukünftig beide Standorte in München halten. Um eine zukunftsfähige und effiziente

Unternehmensstruktur zu stärken, sei das Ziel, den Standort in Giesing als Campus zur Bündelung der operativen Einheiten auszubauen und dort weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Der Ausbau an der Deisenhofener Straße 63 soll auf den bereits vorhandenen Flächen der VKB erfolgen.

Dabei steht laut Planungsreferat bereits fest, dass der vorhandene Bürokomplex aus den Siebzigerjahren einem Neubau mit zeitgemäßen "neuen Bürowelten" weichen soll. Die VKB plant demnach, den etwa 40 000 Quadratmeter großen Neubau komplett auf dem vorhandenen Grundstück unterzubringen. Um eine hohe Qualität der Gestaltung und der Nachhaltigkeit zu erreichen, werde als nächster Schritt ein Workshop-Verfahren mit interdisziplinären Planungsgemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten durchgeführt. Die im Aufstellungsbeschluss formulierten Ziele für die Planung fließen in die Aufgabenstellung für den Workshop ein.

Wichtig sei, wie es in der Beschlussvorlage heißt, dass der Bürostandort trotz der zu erwartenden Dichte - der Neubau ist deutlich größer als der Bestand geplant - städtebaulich wie landschaftsplanerisch verträglich weiterentwickelt werde und sich gut in das bauliche Umfeld füge. Im Zuge der Nachverdichtung seien auf dem Areal attraktive öffentliche Grün- und Freiflächen vorgesehen, die von Beschäftigten und Anwohnern für Erholung, Aufenthalt und Spiel genutzt werden können. Darüber hinaus seien Freiflächen auf den Dächern des Neubaus denkbar: Es werde geprüft, ob dort Dachterrassen für die Beschäftigten möglich sind.

Die öffentlichen Fußwege, die das Gebiet queren, verspricht die Verwaltung, sollen erhalten werden, ebenso der prägende Baumbestand. Weitere neu gepflanzte Bäume sollen für zusätzliches Grün sorgen. Überdies würden die Möglichkeiten für eine intensive Dach- und Fassadenbegrünung untersucht. Für die Pkw der Beschäftigten sei eine Tiefgarage mit zusätzlich 270 Stellplätzen geplant, deren Nutzung als Anwohnergarage geprüft wird. Diesen Wunsch hatte der örtlich zuständige Bezirksausschuss Obergiesing-Fasangarten in seiner Stellungnahme zu dem Projekt geäußert. Mit der Forderung, maximal siebengeschossig zu bauen, konnten sich die Lokalpolitiker aber nicht durchsetzen.

Ein Mobilitätskonzept soll nach dem Willen der Stadt dazu beitragen, den motorisierten Verkehr im Quartier zu reduzieren. Die Einhaltung hoher Nachhaltigkeitsstandards sei ein weiteres Ziel der Planung. Beispielsweise sei der Einsatz von ressourcenschonenden und ökologischen Baumaterialien vorgesehen. Stadtklima sowie Natur- und Artenschutz sollen berücksichtigt werden. Darüber hinaus seien bei der Entwicklung des Gebiets die Ansprüche und Interessen verschiedener Nutzergruppen zu beachten.

Die Ergebnisse des Workshop-Verfahrens, das die VKB in Abstimmung mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung durchführen wird, werden dem Stadtrat vorgestellt. Stimmt dieser den Planungen zu, kann das Bebauungsplanverfahren auf dieser Grundlage fortgeführt werden. Mit Hilfe des Workshop-Verfahrens möchte die Stadt sicherstellen, dass ihre Vorgaben in punkto Nachhaltigkeits- und Gestaltungsqualität auch umgesetzt werden.

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