Obergiesing Höchste Priorität

So könnte einmal die Fuß- und Radwegbrücke am Giesinger Berg aussehen.

(Foto: Karl + Probst Architekten)

Stadträte setzen die Brücke am Giesinger Berg im Bauprogramm weit nach oben

Von Hubert Grundner, Obergiesing

Unbeirrt von kleinen und größeren Rückschlägen kämpfen Matthias Rajmann und ein Kreis von Unterstützern seit Jahren für eine Fuß- und Radwegbrücke am Giesinger Berg. Diese Ausdauer ist am Mittwoch belohnt worden: Auf Antrag der Grünen hat der Planungsausschuss des Stadtrats der Giesinger Brücke einstimmig die Prioritätsstufe "1+" verliehen. Damit ist zwar noch keine konkrete Entscheidung zum Bau des Stegs unterhalb der Giesinger Kirche getroffen. Er steht nun aber auf der Liste derjenigen Querungsbauwerke, welche in nächster Zeit innerhalb Münchens vordringlich errichtet oder saniert werden müssen. Dem Vernehmen nach soll im April eine endgültige Rangliste erstellt werden, mit der Umsetzung einzelner Vorhaben wird danach das Baureferat betraut.

Der Kampf für die Radwegbrücke am Giesinger Berg ist also noch nicht endgültig entschieden. Deshalb will sich auch Rajmann bis zuletzt mit Nachdruck dafür einsetzen. Im Augenblick aber herrscht bei ihm Freude und Erleichterung über den Beschluss des Planungsausschusses vor.

Nach dessen Votum merkten die Grünen zu Recht an, dass dieses Projekt in Giesing schon seit langem viele Befürworter habe. Der Bezirksausschuss (BA) 17 Obergiesing-Fasangarten habe sich einstimmig für die höchste Prioritätsstufe ausgesprochen, auch das Münchner Forum unterstütze den Vorstoß. Hierzu erklärt Stadtrat Paul Bickelbacher (Grün): "Ein Steg für Fußgänger und Radfahrer an dieser Stelle schließt die einzige noch offene Lücke der attraktiven Verbindung zwischen Harlaching und der Innenstadt entlang der Isarhangkante. Die Verwaltung wollte die Entscheidung erst im April fällen und sah den Steg bei "1" statt bei "1+". Der Steg ist jedoch längst überfällig und muss jetzt unbedingt die höchste Priorität erhalten." Ein nochmaliges jahrelanges Warten bis zu einer Entscheidung sei Initiatoren und Bezirksausschuss nicht mehr zuzumuten.

Doch auch die Schwarzen wollten es nicht versäumen, ihre Verdienste um dieses Projekt herauszustreichen: "Die CSU-Fraktion löst ihr Wahlversprechen ein: Die seit Jahren geforderte Rad- und Fußwegbrücke am Giesinger Berg steht kurz vor der Beauftragung", textete deren Stadtratsfraktion nach der Ausschusssitzung vollmundig. Und Bürgermeister Josef Schmid zeigte sich erfreut: "Ich bin froh, dass es mit der Brücke jetzt endlich vorangeht. Wir haben das schon im Wahlkampf gefordert. Die Brücke erhöht die Sicherheit und Lebensqualität der Menschen vor Ort." Bisher fehle eine solche sichere und durchgehende Verbindung von Giesing und Harlaching bis zum Rosenheimer Platz. "Mit der hohen Priorisierung der Brücke haben wir einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wir erwarten, dass die Verwaltung jetzt mit Hochdruck an einem tragfähigen Realisierungskonzept arbeitet", merkte Manuel Pretzl, der stellvertretende Vorsitzende der CSU-Fraktion, abschließend dazu an.

Die Idee für eine Radwegbrücke am Giesinger Berg ist erstmals im Juni 2002 mit einer Fotomontage von Tilman Hultsch dokumentiert worden. Würde die einstige Vision jetzt realisiert, urteilt Matthias Rajmann, dann "wäre der Stadt München - Bürgern und Politikern - etwas Gutes gelungen".