Obergiesing Für alle Fälle

Bezirksausschuss erhöht mit Blick auf die McGraw-Kaserne den Druck

Von Hubert Grundner, Obergiesing

Je beengter die Verhältnisse in der Stadt werden, desto mehr begehrliche Blicke richten sich auf die ehemalige McGraw-Kaserne. Insofern stehen die Freien Wähler (FW) mit zwei Anträgen, die sie am Dienstagabend erfolgreich im Bezirksausschuss (BA) Obergiesing-Fasangarten eingebracht haben, in einer gewissen Tradition. In dem einen fordern die Lokalpolitiker die Stadt auf, bald einen Bebauungsplan für das rund elf Hektar große Areal östlich und westlich des McGraw-Grabens aufzustellen. Auf die Weise würde es unter anderem dem Freistaat Bayern ermöglicht, an Stelle der einstigen University of Maryland günstigen Wohnraum für Staatsbedienstete zu schaffen. Eine entsprechende Absichtserklärung, auf einer Fläche von 19 000 Quadratmetern zwischen der Stadelheimer Straße und der denkmalgeschützten Halle 19 ein Wohngebiet zu entwickeln, hatte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bereits im Frühsommer 2014 abgegeben. Allerdings machte auch Herrmann dessen Realisierung davon abhängig, dass erst die Stadt einen Bebauungsplan aufstellt. Benötigt würde neuer Wohnraum im Grenzbereich von Stadtbezirk 17 und 18 jedenfalls dringend, so die Begründung der FW für ihren Vorstoß.

Mit ihrem zweiten Antrag wollen die Freien Wähler dem Mangel an Sportstätten im Stadtbezirk begegnen: Wenn die Stadt, hoffentlich bald, einen Bebauungsplan für das frühere Militärareal aufstelle, dann solle sie auch einen möglichen inneren Umbau der sogenannten Halle 19 in eine Mehrzweck- und Mehrfachsporthalle prüfen. Wobei der für die Halle vorliegende Denkmalschutz zu beachten wäre.

Mehrere Redner bezweifelten, dass die Anträge zum jetzigen Zeitpunkt etwas bewirken. Doch am Ende stimmten alle Fraktionen mit den Freien Wählern. Deren Sprecher Peter Mehling hegte die Hoffnung, dass auch dann, wenn die Anträge abgelehnt werden, sich der Druck zum Handeln auf die Stadt erhöht.