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Obergiesing/Fasangarten:Grüner wohnen

Grünpflege mit Bagger: Schon im Januar wurde mit der Sanierung des Hohenschwangauplatzes begonnen. Dort wie an anderen Stellen im Stadtbezirk ließ und lässt das Baureferat neue Bäume pflanzen.

(Foto: Robert Haas)

Mit einem Baumentwicklungskonzept will die Stadt die Artenvielfalt in Parks und am Straßenrand erhöhen und Alleen langfristig umbauen. Vorerst ist das Programm auf Quartiere innerhalb des Mittleren Rings beschränkt

Von Hubert Grundner, Obergiesing/Fasangarten

Der Stadtbezirk Obergiesing-Fasangarten wird ein Stück weit grüner. Den Anstoß dazu lieferte nicht etwa die bekannte Ökopartei, sondern die CSU-Fraktion des örtlichen Bezirksausschusses. Auf ihren Antrag hin, forderte das Gremium im November die Verwaltung auf, den Baumbestand entlang des Straßenbegleitgrüns sowie auf den städtischen Grünflächen im Stadtbezirk durch Baumpflanzungen - so weit es sinnvoll und möglich ist - zu erhöhen. Darauf hat es inzwischen eine positive Rückmeldung des Baureferats Gartenbau gegeben.

Die CSU hatte ihren Antrag damit begründet, dass durch die zahlreichen Bauvorhaben der Stadtbezirk verdichtet und der Baumbestand reduziert werde. Dies habe negative Auswirkungen auf das Stadtklima. Durch das Anpflanzen von Bäumen könnten dem entgegengewirkt und die öffentlichen Flächen auch attraktiver gestaltet werden.

Eine Auffassung, die man offenbar in der Verwaltung teilt. Jedenfalls berichtete das Baureferat dem Bezirksausschuss, dass - zusätzlich zu den Gehölzflächen in den städtischen Parks des Stadtbezirks 17 - im jüngst fertiggestellten dritten Bauabschnitt des Weißenseeparks 72 neue Baumstandorte geschaffen und Hunderte Sträucher gepflanzt wurden. Zusätzlich sollen im Zuge des Bauvorhabens Scharfreiter-/Hohenschwangauplatz im Herbst weitere 45 Bäume gepflanzt werden.

Abgesehen davon haben die Stadträte Anfang Februar das Baureferat damit beauftragt, den Baumbestand auf öffentlichen Verkehrs- und Grünflächen innerhalb des Mittleren Rings durch ein Gutachterteam zu erheben, zu analysieren und auf dieser Grundlage ein Baumentwicklungskonzept erstellen zu lassen, welches anschließend dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt wird. Das Ziel dabei ist, dass sich aus dem Baumentwicklungskonzept ein ganzes Bündel an konkreten Maßnahmen ableiten lässt. Dazu zählen zum Beispiel die standortgerechte Bestimmung zukünftiger Baumarten und "vegetationstechnische" Standortsanierungen zur Verbesserung der Standortqualität. Mithilfe der erhobenen Daten erhoffen sich die Fachleute zudem eine effektive Regulierung der Bestände, um so eine Dominanz von nur wenigen Baumarten zu vermeiden. Ganz im Gegenteil, es soll auf dieser Grundlage systematisch die Artenvielfalt erhöht werden. Die Stadtgärtner verfolgen dabei auch das Ziel, Alleen langfristig umzubauen, sei es durch Mischpflanzungen oder die Auswahl einer bestimmten Baumart aus gestalterischen Gründen.

"Gezielte Förderung der Biodiversität der urbanen Fauna" heißt ein weiterer Punkt, den die Verwaltung mithilfe des Entwicklungskonzepts angehen möchte. Darunter ist zum Beispiel die Pflanzung von Bäumen mit jahreszeitlich gestaffelter Blüte oder der Erhalt von Höhlenbäumen zu verstehen. Und schließlich geht es auch noch um die "Ermittlung von Ergänzungspotenzialen zusätzlicher Baumstandorte in öffentlichen Grünanlagen und im Straßenbegleitgrün".

Und davon sollen die Menschen in Obergiesing und Fasangarten profitieren, zumindest zum Teil. So teilte das Baureferat den Lokalpolitikern mit, dass auf der Grundlage dieses Baumentwicklungskonzeptes auch für den Stadtbezirk weitere Potenziale für Baumstandorte in Grünanlagen und im Straßenbegleitgrün aufgezeigt und geeignete Baumarten gepflanzt werden, sofern die Flächen innerhalb des Mittleren Rings liegen. In der Beschlussvorlage ist zudem ausgeführt: "Ob das Baumentwicklungskonzept auf die Quartiere außerhalb des Mittleren Ringes ausgeweitet werden soll, kann nach Vorlage der gutachterlichen Auswertungen für den Kernstadtbereich entschieden werden." Es besteht also zumindest die berechtigte Hoffnung, dass die angrenzenden Viertel ebenfalls einmal grüner werden.

© SZ vom 31.03.2020
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