Obergiesing:Auf einer Straßenseite

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Das neue Gemeindehaus und die Lutherkirche bilden endlich ein Ensemble. Der 6,3-Millionen-Euro-Bau wird nun eingeweiht

Von Hubert Grundner, Obergiesing

Neues Pfarrhaus der Lutherkirche

Auch die Lutherkirche hatte unter Corona zu leiden: Ihre Sanierung und der Neubau des Gemeindehauses sollten ursprünglich Ende 2020 abgeschlossen sein.

(Foto: Catherina Hess)

Die Lutherkirche in Obergiesing hat ein neues Gemeindehaus. Mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 3. Oktober, 14 Uhr, wird das Gemeindezentrum direkt neben der Kirche eingeweiht. Bereits am Tag zuvor, am Samstag, 2. Oktober, findet in dem Neubau von 10 bis 18 Uhr ein Tag der offenen Tür mit Turmführungen von 12 bis 15.30 Uhr statt. Am Samstag können die Besucherinnen und Besucher außerdem an einer Führung durch Gemeindezentrum und Kirche teilnehmen, diese startet um 14 Uhr.

Der helle, barrierefreie Bau, der rund 6,3 Millionen Euro gekostet hat, beherbergt einen großen Gemeindesaal, funktionelle, energetisch optimierte Gemeinderäume, das Pfarramt und die Dienstwohnung des Gemeindepfarrers im Dachgeschoss. Die neuen Räumlichkeiten ersetzen das alte Gemeindehaus "Weinbauer". Nach langen Debatten hatte sich der Kirchenvorstand laut Pressemitteilung für den Neubau entschlossen, weil der "Weinbauer" energetisch aufwendig hätte saniert werden müssen, der überdimensionierte Saal nicht mehr den Anforderungen des Gemeindelebens entsprach und die viel befahrene, vierspurige Martin-Luther-Straße zu einer nur schwer überwindlichen Barriere zwischen Kirche und Gemeindehaus geworden war.

An das alte Gemeindehaus erinnert aber weiterhin der "Weinbauer-Saal" im Neubau. Ursprünglich war der "Weinbauer" eine bekannte Gartenwirtschaft, in der die Literaten Ludwig Ganghofer und vor allem Ludwig Thoma Stammgäste waren. Das "Weinbauer"-Gelände werde über eine Erbpachtregelung weiterhin im Eigentum der Lutherkirche bleiben. Die weitere Nutzung solle, wie es in einer Mitteilung weiter heißt, zur Finanzierung des Neubaus beitragen, an dem sich auch die Landeskirche und der Dekanatsbezirk mit circa drei Millionen Euro beteiligt haben.

Durch die Zusammenführung von Kirche und Gemeindehaus auf einer Straßenseite sei ein funktionales, architektonisch anspruchsvolles kirchliches Ensemble entstanden, wie Gemeindepfarrer Micha Boerschmann erläutert. Denn die Kirche werde als das eigentliche theologische, spirituelle und geistliche Zentrum wieder in das Gemeindeleben integriert, die räumliche Nähe von Kirchenraum und Gemeindehaus ermögliche die Nutzung der Kirche für Vorträge, Konzerte und andere Veranstaltungen. Durch die enge Verbindung der Kirche mit dem Foyer und dem "Weinbauer-Saal" könnten auch größere Veranstaltungen stattfinden, die allein im Gemeindehaus mit seiner geringeren Fläche nicht möglich wären. Die Lutherkirche gehört mit rund 6000 Mitgliedern zu den größten evangelischen Gemeinden in München, das Gemeindegebiet umfasst dabei neben Ober- und Untergiesing auch Teile der Au.

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