Oberföhring/Englschalking Allerlei Improvisationen

Großbaustelle: Ein Teil der Häuser im Prinz-Eugen-Park ist schon fertig, für andere wird gerade erst die Baugrube ausgehoben.

(Foto: Robert Haas)

Verwaltung jongliert mit Kinderbetreuung im Prinz-Eugen-Park

Von Ulrike Steinbacher

Bei den Stichwörtern "Prinz-Eugen-Park" und "Kinderbetreuung" sehen manche Bogenhauser Lokalpolitiker inzwischen rot. Es wird dort in den kommenden Jahren einen Betreuungs-Engpass geben, weil viel mehr Familien als ursprünglich geschätzt in das neue Quartier mit 1800 Wohnungen ziehen und zugleich die Häuser der städtischen Wohnungsgesellschaften, in denen die meisten Kindertagesstätten untergebracht sind, als letzte fertig werden. Das Referat für Bildung und Sport (RBS) hatte versucht, das Problem mit einer Container-Kita für 150 Kinder zu lösen, deren geplanter Standort im südlichen Prinz-Eugen-Park aber bei den Lokalpolitikern ebenso wie bei den künftigen Bewohnern auf massive Kritik gestoßen war. Jetzt ist ein neuer Standort gefunden, wie Stadtschulrätin Beatrix Zurek auf eine Anfrage der Stadtrats-Grünen bestätigt: Im Bürgerpark Oberföhring werden zwei Containeranlagen mit jeweils 150 Plätzen aufgestellt, dazu eine kleinere auf dem städtischen Areal An der Salzbrücke, Ecke Cosimastraße.

Die Grünen hatten sich aber vor allem nach einer anderen Improvisationslösung und deren Kosten erkundigt: Die frisch renovierte Grundschule an der Knappertsbuschstraße wird von Herbst an erst einmal Kindergartenkinder beherbergen. Beatrix Zurek bestätigt, dass dort im nächsten Schuljahr zwei Träger mit insgesamt sechs Kindergartengruppen unterkommen. Von Herbst 2019 an sind es nur noch drei, der Rest zieht in die Kitas im Prinz-Eugen-Park, die dann fertig werden. Währenddessen werden die Knappertsbusch-Grundschüler in der Ruth-Drexel-Schule im Prinz-Eugen-Park unterrichtet. Dies sei "aus schulorganisatorischen und pädagogischen Gründen sinnvoll".

Wegen der Kindergartenkinder müssen in der frisch sanierten Knappertsbuschschule die scharfkantigen Heizkörper ausgetauscht werden, erläutert Zurek. "Davon profitiert nach Wiedereinzug ebenso die Grundschule." Außerdem würden in den Toiletten temporär Podeste eingebaut, die Übergänge zur Mittelschule mit Rauchabschnittstüren abgetrennt. Beides werde später zurückgebaut, die Kosten dafür seien noch nicht bekannt. "Es hätte in der Nähe keine fertiggestellten, derzeit nicht genutzten und zeitnah für eine Nutzung als Kindertageseinrichtung verfügbaren Räumlichkeiten gegeben", erklärt die Stadtschulrätin.