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OB-Kandidat der CSU:Mit dem Bulli ins Rathaus

Drummer, leidenschaftlicher Scorpions-Fan und Vespa-Fahrer: Josef Schmid will Münchner Oberbürgermeister werden. Zehn Dinge über den CSU-Kandidaten.

Von Ingrid Fuchs

11 Bilder

Josef Schmid, 2010

Quelle: Alessandra Schellnegger

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Drummer, leidenschaftlicher Scorpions-Fan und Vespa-Fahrer: Josef Schmid will für die CSU Münchner Oberbürgermeister werden. Über den Metzgersohn gibt es viele interessante Details. Eine Annäherung in Bildern.

Als Stadtrat sitzt er bereits im Rathaus, aber Josef Schmid will mehr: Der 44-Jährige trat für die CSU bei der Kommunalwahl an, nun ist er neben Dieter Reiter am 30. März in der stichwahl und möchte Münchner Oberbürgermeister werden. Vor sechs Jahren ist der Rechtsanwalt und Diplom-Kaufmann mit diesem Vorhaben gescheitert. Diesmal stehen seine Chancen für die Kommunalwahl am 16. März besser. Wer ist der Mann, der auf den Chefsessel im Rathaus will?

Josef Schmid

Quelle: oh

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Schon als kleiner Junge hat Josef Schmid angefangen, Orgel zu spielen. Später kam Schlagzeug dazu. Mit dem Musizieren auf "Tanzverantsaltungen" verdiente er früher Taschengeld dazu, erzählt er Süddeutsche.de. Später war er Drummer der Schülerband "Half the way to pleasure", der zeitweise auch der heute bekannte Fernsehkoch Martin Baudrexel angehörte.

Das seriöse Outfit hat sich Josef Schmid übrigens geliehen: Das Sakko stammt vom Papa.

Josef Schmid

Quelle: oh

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So sieht es aus, wenn Josef Schmid heute am Schlagzeug sitzt. Den letzten öffentlichen Schlagzeug-Auftritt hatte er erst im vergangenen Dezember mit der Band StraightOn in der Nachtkantine. Viele Songs hat er selbst komponiert.

Schmid ist auch großer Musik-Fan und besitzt etwa 600 CDs und Schallplatten, auf die mancher DJ neidisch wäre - etwa eine besondere Maxi von Slave to the rythm von Grace Jones. Mit seiner Frau verbindet ihn besonders das Lied Laura non c'e von NEK.

Am liebsten hört Schmid aber die Scorpions, für ihn eine "Ausnahmeband in der deutschen Rockmusik-Szene". Schon seit vielen Jahren ist er Fan, "ich besitze zahlreiche Alben, habe die Band aber noch nie unplugged gehört, obwohl es sogar ein MTV-Album gibt". Das holt der 44-Jährige Ende April nach, dann tritt die Band nämlich in der Münchner Olympiahalle auf - live und unplugged.

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Quelle: SZ

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Auf diesem undatierten Bild wirkt er ein bisschen altmodisch - und doch ist Josef Schmid mit seinen 44 Jahren der jüngste der vier Kandidaten, die von den großen Parteien für den OB-Posten antreten. Inzwischen trägt er eine modernere Brille und hat sich die Augen lasern lassen. Beim Schützenverein bringe ihm das nur Vorteile, erzählte er der Abendzeitung, seit der Operation treffe er deutlich besser.

Seine Wurzeln hat der Metzgersohn in Allach - dort wurde er geboren, dort lebt er mit seiner Frau Natalie und den beiden Kindern noch immer. Als Stadtrat und Oppositionspolitiker ist er bislang eher staatsmännisch als kämpferisch aufgetreten. Klassisches CSU-Gepolter ist nicht seine Sache, er gibt sich großtstädtisch und liberal.

Josef Schmid

Quelle: oh

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Der CSU-Kandidatfährt gerne Vespa - im Bild sitzt er mit seiner Frau auf einer roten Vespa XP. Auch sein erstes Auto, ein Ford Escort, war rot. Auf seine politische Gesinnung hat diese Vorliebe aber offenbar nicht abgefärbt.

OB-Kandidat Josef Schmid (CSU) mit Gattin Natalie bei der Münchner Tafel.

Quelle: Catherina Hess

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Auf diesem Bild sieht man Josef Schmid, wie er an Silvester zusammen mit seiner Frau Natalie bei der Münchner Tafel hilft. Die Menschen, die er früher versorgt hat, waren zwar nicht bedürftig - aber wohl ähnlich dankbar: Nach nächtlichen Diskobesuchen hat Schmid beim Heimkommen ab und an die elterliche Metzgerei-Wurstküche für eine deftige Brotzeit für seine Freunde geplündert. "Legendär waren auch die Vorträge zum Entstehen der Weißwurst mit anschließender Verköstigung", erzählt er aus seiner Jugend.

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Quelle: Robert Haas

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Josef Schmid bezeichnet sich selbst als Hendl-Freak. Das ist für ihn das Pflichtessen bei jedem Biergartenbesuch. Das Oktoberfest mag Schmid aber nicht nur wegen der knusprigen Hendl, es ist für ihn auch eine gute Gelegenheit, seine Werdenfelser Festtracht auszuführen. Auch seine Frau und die beiden Kinder besitzen die volle Montur des Gebirgstrachtenerhaltungsvereins "Alpenrösl" München-Allach.

Auf dem Bild: Josef Schmid übt zusammen mit Peter Gauweiler das Einschenken auf dem Oktoberfest 2011.

Stadtteil-Tour. Josef Schmid, CSU Fraktionssprecher Rathaus geht durch das Hasenbergl, Gartenstadt. Hier in der Hainbuchenstr.

Quelle: Florian Peljak

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Mit diesem Bulli tourt Josef Schmid seit Monaten durch die Münchner Stadtteile und versucht unter dem Motto "Schmidsprechen" mit den Bürgern in Kontakt zu kommen.

Vor knapp einem Jahr, am 21. März 2013, hat er via Facebook eine Anfrage vom Vorbesitzer des VW-Busses bekommen. Der Brasilianer bat um Fotos seines geliebten Fahrzeugs und erkundigte sich, ob es dem Bus gut gehe.

Josef Schmid

Quelle: oh

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"1969er - Echt München": Auf seiner Stadtteiltour durch München hat Josef Schmid auch einen Stopp in Giesing eingelegt - und vorgesorgt. Bei Giesinger Bräu hat der OB-Kandidat etwa 100 Kästen Bier geordert und kam so zu seinem ganz eigenen "Schmidbier", das bei der Stadtteiltour gleich verteilt wurde.

Josef Schmid und Sohn kippten auf der Rennstrecke um.

Quelle: Stephan Rumpf

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Früher war Schmid ein erfolgreicher Handball-Kreisläufer beim TSV Allach 09. Seine Karriere als Rennfahrer verlief dagegen nicht so glücklich. Im vergangenen Jahr trat der OB-Kandidat zusammen mit seinem Sohn beim Seifenkistenrennen am Gebsattelberg an. Der Versuch ging schief:

In einem Wagen mit CSU-Schriftzug rollten die beiden den Berg hinunter und gerieten im unteren Teil der Rennstrecke auf die Gegenfahrbahn. Dort kreuzten sie den Weg des FDP-Politikers Jürgen Koch und kippten samt Wagen um. Der Zusammenprall ging mit ein paar Schürfwunden glimpflich aus.

Sabine Nallinger und Josef Schmid beim Gärtnerjahrtag in München, 2013

Quelle: Stephan Rumpf

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Manche Dinge hält sich Josef Schmid gerne offen. Während Noch-OB Christian Ude (SPD) keinen Zweifel daran lässt, dass sein Fußball-Herz ganz und gar dem TSV 1860 München gehört, mag sich der CSU-Kandidat nicht so recht entscheiden. FC Bayern oder Sechzig? "Ich mag sowohl die Blauen als auch die Roten", schrieb er in einem Fragebogen vor der Kommunalwahl 2008.

Und auch für den Fall, dass er neuer OB wird, hält Schmid (fast) alles für möglich. Ein politisches Techtelmechtel mit Sabine Nallinger und den Grünen könnte er sich gut vorstellen.

© Süddeutsche.de/afis

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