Seit die lange verfeindeten Brüder Liam und Noah Gallagher vor zwei Jahren wieder zusammenfanden und ein Comeback ihrer Neunzigerjahre-Britpop-Kultband Oasis starteten, brodelt die Gerüchteküche auch in München: Kommen sie oder kommen sie nicht?
Angeheizt hat die Spekulationen ein Artikel der britischen Zeitung The Sun, der von einem Nachschlag zur Reunion-Tour schrieb und auch gleich konkrete Daten und Orte nannte. 2025 hatte Oasis über 40 Stadien in den USA, Asien, Australien und England gefüllt, die Tour war schon am ersten Tag der Ticketvergabe ausverkauft. Festland-Europa und Deutschland blieben aber ausgespart. Deshalb seien, so die Sun, nun für 2027 insgesamt 23 weitere Auftritte geplant, davon zehn in ihrer Heimatstadt Manchester, aber auch in Barcelona, Rom – und München. Letztere am 11. und 12. September 2027 in der Allianz-Arena als einzige Auftritte in Deutschland.
Bestätigen will das freilich noch niemand. Weder die Gallaghers selbst oder ihr Management, noch die für München infrage kommenden Veranstalter. Bei der Promoters Group Munich PGM, dem örtlichen Veranstalter für einige große Agenturen, weiß man von gar nichts und bestätigt nur, dass es bei ihnen keine Anfrage gibt. Bei „Live Nation“, dem weltweiten Marktführer mit Deutschlandsitz in Frankfurt, unterbricht einen die Pressesprecherin Katharina Wenisch hingegen schon bei der Frage: „Ich kann nichts sagen“. Auch nicht, dass es keine Kontakte gibt. Wobei ihr abschließender Satz vermuten lassen könnte, dass man nicht ganz an der falschen Adresse ist: „Wenn es Oasis-Konzerte geben sollte, wird es dazu eine Pressemitteilung geben.“ Sicher scheint nur die Allianz-Arena als Veranstaltungsort: Das Olympiastadion wird noch renoviert, und kein anderer Spielort wäre groß genug.
In der vergangenen Woche hat die Band nun selbst dafür gesorgt, dass das Thema heiß bleibt: mit mehreren Posts auf Instagram. Erst lancierten sie einen Clip in einem Fish-and-Chips-Laden mit Hinweisen auf den Celtic Park in Glasgow. Dann folgte ein Video mit zwei fußballspielenden Buben vor einem blauen Mond – was die Konzert-Astrologen als Anspielung auf Manchester City und sein Etihad Stadium deuteten. Am Samstag schließlich folgte ein Filmchen mit einer Frau in einem auf einem Feld stehenden alten VW Golf. Die hört im Radio eine Moderatorin auf Deutsch, die ein Konzert in der Münchner Olympiahalle ankündigen. Im Hintergrund balgen sich zwei Kerle, von denen einer ein rot-weiß gestreiftes T-Shirt trägt – was prompt als Anspielung auf Bayern München und die Allianz-Arena verstanden wurde.
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München spielt eine besondere Rolle in der Oasis-Vergangenheit. Wegen des wohl im Video gemeinten Konzerts der umjubelten „Be Here Now Tour“ 1997. Wegen des Auftritts 2002, nach dem Liam Gallagher bei einer Schlägerei mit italienischen Gästen im Hotel Bayerischer Hof zwei Zähne verlor, vorübergehend im Polizeigewahrsam landete, und man daraufhin die restlichen Tour-Termine absagen musste. Und wegen des Konzerts 2009 im Zenith, das eines der letzten war, bevor die Band im selben Jahr auseinanderbrach.
Die Sehnsucht der Fans scheint jedenfalls größer denn je zu sein. Und dürfte sich in den nächsten Wochen noch steigern. Startet doch am 10. September in den Kinos der Dokumentarfilm „Oasis: Don’t Look Back in Anger“, den die Gallaghers soeben auch bei den Filmfestspielen in Venedig vorgestellt haben. Dort stolzierten sie zwar gemeinsam über den roten Teppich, die Pressekonferenz zum Film schwänzten sie dann allerdings. Es wird doch kein neuer Streit im Anflug sein?
Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Textes haben wir das Etihad Stadium fälschlicherweise Manchester United zugeordnet. Richtig ist, dass dieses Stadion Spielstätte von Manchester City ist.

