Landgericht München IEin Faustschlag ist nur der Anfang

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Die Attacke soll sich im Nussbaumpark ereignet haben.
Die Attacke soll sich im Nussbaumpark ereignet haben. Stephan Rumpf
  • Zwei alkohol- und drogenabhängige Männer sollen Ende Juni vergangenen Jahres einen 48-Jährigen im Nussbaumpark brutal zusammengeschlagen haben.
  • Das Opfer erlitt einen Schädelbruch, eine zweifache Unterkieferfraktur und weitere schwere Verletzungen, für die "abstrakte Lebensgefahr" bestand.
  • Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe der gefährlichen Körperverletzung teilweise, ein Urteil wird in der kommenden Woche erwartet.
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Zwei alkohol- und drogenabhängige Männer sollen im Nussbaumpark einen 48-Jährigen brutal zusammengeschlagen haben. Nun hat der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter begonnen.

Von Andreas Salch

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Eigentlich hatten sie vor, möglichst bald eine Therapie zu machen. Sie wollten endlich weg vom Alkohol und von den Drogen, die sie seit vielen Jahren konsumieren. Das zumindest behaupten Hubert K. und Valdrin R. Doch sie scheiterten mit ihrem guten Vorsatz. Denn an einem Samstag Ende Juni vergangenen Jahres waren sich die beiden nachmittags zufällig im Nussbaumpark begegnet, einem Treffpunkt für Drogenabhängige. Der Tag endete für Hubert K. und Valdrin R. damit, dass sie von der Polizei vorläufig festgenommen wurden und in Untersuchungshaft kamen.

Bei einer Auseinandersetzung mit einem anderen Mann im Nussbaumpark sollen sie diesen brutal zusammengeschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft hat den 51-jährigen Gartenbauer Hubert K. und seinen Bekannten Valdrin R. unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Für das mutmaßliche Opfer habe aufgrund der schwerwiegenden Verletzungen „abstrakte Lebensgefahr“ bestanden.

Was der Auslöser für die Attacke der beiden Angeklagten war, blieb an diesem Dienstag zum Prozessauftakt vor der 31. Strafkammer am Landgericht München I unklar. Denn Hubert K. lieferte eine völlig andere Version der Vorgänge als die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage. Und Valdrin R., 38, wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe gar gänzlich von sich.

Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge habe Hubert K. am frühen Abend des 28. Juni vergangenen Jahres gegenüber einer Frau handgreiflich werden wollen. Ein anderer Mann, der zuvor mit den Angeklagten angeblich Schnaps getrunken und den mutmaßlichen Übergriff beobachtet haben soll, soll K. deshalb mit den Worten „Hey, man schlägt doch keine Frau!“ angefahren haben. Hubert K. soll daraufhin den 48-Jährigen gepackt und mit voller Wucht einen Faustschlag ins Gesicht versetzt haben, sodass er zu Boden ging.

Doch das mutmaßliche Opfer stand wieder auf und schlug den Gartenbauer so heftig ins Gesicht, dass dessen Nase brach. Valdrin R. soll versucht haben, den Streit zu schlichten, was aber nicht gelungen sei. Daraufhin, so die Anklage, hätten K. und R. sich spontan dazu entschlossen, ihr mutmaßliches Opfer „durch Schläge und Tritte abzustrafen und körperlich zu misshandeln“. Außerdem sollen sie den 48-Jährigen, der unter anderem einen Schädelbruch und eine zweifache Unterkieferfraktur sowie eine Vielzahl anderer Verletzungen erlitt, ausgeraubt haben. Erst nachdem mehrere Passanten die Angeklagten aufgefordert hatten, endlich aufzuhören, sollen sie von dem Mann abgelassen haben. Hubert K. soll sich gegen seine Festnahme durch die Polizei so sehr gewehrt haben, dass er auch wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte angeklagt ist.

K. beteuerte in seiner Aussage, er habe dem 48-Jährigen lediglich einen Faustschlag ans Kinn versetzt und eine „Watsche“ gegeben, nachdem ihn dieser zuvor mit einer Flasche bedroht habe. Ein Urteil in dem Prozess wird in der kommenden Woche erwartet.

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