Nummer gegen Kummer„Die Fälle sind heute krasser“

Lesezeit: 7 Min.

Bei der „Nummer gegen Kummer“ finden junge Leute ein Ohr für ihre Anliegen.
Bei der „Nummer gegen Kummer“ finden junge Leute ein Ohr für ihre Anliegen.
Joseffson/Imago

Warum das Bedürfnis nach Telefonberatung steigt, obwohl sich Kinder mit ihren Eltern immer besser verstehen – und was die Ehrenamtlichen am Hörer machen, wenn jemand von Suizidgedanken erzählt.

Interview von Sabine Buchwald

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Der Verein „Nummer gegen Kummer“ ist die Dachorganisation des größten, kostenfreien, telefonischen Beratungsangebotes für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Wer die Telefonnummer 116 111 wählt, bleibt anonym und bekommt ein offenes Ohr für seine Anliegen. Den Verein gibt es seit 1980, er hat seinen Sitz in Wuppertal und ist Mitglied des Kinderschutzbundes. Der Psychotherapeut Jürgen Wolf, 59, hat das Angebot 1994 nach München gebracht. Als Psychologiestudent saß er schon am Telefon. Heute bildet er die ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater für das Kinder- Jugendtelefon (KJT) aus und begleitet sie in Supervisionen. In den vergangenen Jahren haben in Bayern aus finanziellen Gründen einige Standorte geschlossen. München ist derzeit nicht gefährdet, aber eine Patenschaft, so Wolf, brächte dem Projekt Sicherheit. Denn das Sorgentelefon, ein Pendant zur Telefonseelsorge, aber ohne kirchlichen Träger, erhält keine öffentlichen Fördermittel.

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