NS-Verbrechen Mord verjährt nicht

Kein Papa Gnädig, aber immer gerecht - Jürgen Hanreich, ehemaliger Vorsitzender des Münchner Schwurgerichts.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Richter Jürgen Hanreich verurteilte den KZ-Wachmann Anton Malloth 2001 zu lebenslanger Haft und sagt über den Umgang mit NS-Verbrechen: "Die Justiz hat versagt." Nun hat er ein Buch darüber geschrieben.

Von Karl Forster

Der Richter weinte. Jürgen Hanreich, damals Vorsitzender der Schwurgerichtskammer München I, konnte nicht verhindern, "dass mir die Tränen in den Augen standen". Das war im Jahr 2001. Er bat die Fotografen, von dieser Szene keine Bilder zu veröffentlichen. Sie hielten sich daran. Hanreich hatte gerade einen Zeugen vernommen, der sich an eine Tat erinnern musste, die vor fast 60 Jahren stattgefunden hat. Albert Mayer war damals 16 Jahre alt und als Häftling des NS-Lagers "Die Kleine Festung" nahe Theresienstadt dabei ...

Lesen Sie mit SZ Plus auch:
Vor Gericht Muss man greise NS-Täter in Haft stecken?

Nazi-Verbrecher Oskar Gröning

Muss man greise NS-Täter in Haft stecken?

Oskar Gröning, der "Buchhalter von Auschwitz", wurde wegen Beihilfe zum 300 000-fachen Mord zu vier Jahren Haft verurteilt. Er ist 96 Jahre alt. Soll er ins Gefängnis? Ja, denn er war gnadenlos.   Von Andrian Kreye