Nockherberg Django Asül wird neuer Fastenprediger

Der neue Fastenprediger beim Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg heißt offenbar Django Asül. Der Vertrag ist nach Informationen der SZ am Montag unterschrieben worden.

Von Astrid Becker

Der Nachfolger von Bruno Jonas wird allerdings nicht in der Mönchskutte von Bruder Barnabas auftreten. Die Paulaner-Brauerei will ihre Entscheidung erst heute offiziell bekannt geben.

,,Die Entscheidung ist gefallen, der Vertrag ist unterschrieben'', bestätigt Paulaner-Sprecherin Antonia Asenstorfer der Süddeutschen Zeitung. Ob es sich tatsächlich um Django Asül handelt, wollte sie gestern noch nicht verraten: ,,Die Geschäftsführung will dies erst am Dienstag veröffentlichen'', sagt sie.

Allerdings spricht fast alles dafür, dass die Wahl auf den niederbayerisch-türkischen Kabarettisten gefallen ist: Er wurde in den vergangenen Wochen des öfteren im Gespräch mit dem Paulaner-Geschäftsführer Peter Kreuzpaintner gesehen. Auch in der Kabarettisten-Szene hat es sich längst herumgesprochen, dass Asül der Wunschkandidat sei und dass bereits intensiv verhandelt werde.

Dort wird der offiziell bereits bestätigte Beschluss der Brauerei, den Nachfolger von Bruno Jonas nicht mehr in die Mönchskutte des Bruders Barnabas zu stecken, zudem als Indiz gewertet, dass Asül der neue Fastenredner sein wird. ,,Das hätte nicht zu ihm gepasst'', heißt es.

Der Kabarettist Bruno Jonas hatte seine Entscheidung, nicht mehr für die Rolle des Bruder Barnabas zur Verfügung zu stehen, damit begründet, die Rolle des Mönchs, der Politikerschelte mit ironischer Bibelexegese verband, ,,ausgereizt'' zu haben. Vor diesem Hintergrund wird der Verzicht auf Kutte und Barnabas noch verständlicher.

Paulaner will diesen Schritt aber nicht als Traditionsbruch verstanden wissen: ,,Der Bruder Barnabas in Kutte ist eine Erfindung von Max Grießer aus dem Jahre 1992.'' Dessen Vorgänger, unter anderem der Schauspieler Walter Sedlmayer, waren als reine Fastenredner aufgetreten. Sedlmayers bevorzugtes Outfit war dabei der Trachtenanzug.

In welcher Rolle und in welcher Kleidung nun Bruno Jonas' Nachfolger zu sehen sein wird, darüber wurde am Montag nichts bekannt. Anzunehmen ist jedoch, dass Django Asül mit Sicherheit auch über den vieldiskutierten Beitritt der Türkei in die EU philosophieren wird.

Der Künstler hatte bereits mehrfach in seinen Programmen damit kokettiert, in diesem Falle seinen türkischen Pass zurückzugeben. Zuletzt war Asül mit einer ironischen Kolumne im Donaukurier aufgefallen, in der er Gnade für Stoiber forderte. Möglicherweise hat er damit die Verantwortlichen bei Paulaner überzeugt.

Erst am Freitag war bekannt geworden, dass Jonas nicht mehr als Bußprediger auf dem Nockherberg zu sehen sein wird. Hinter den Kulissen hatten die Verantwortlichen der Brauerei bereits seit Monaten einen Nachfolger in der Kabarettisten-Szene gesucht: ,,Wir haben uns dabei aber sehr schnell auf zwei Kandidaten verständigt'', sagt Asenstorfer.

In den Medien wurden Asül und Andreas Giebel gehandelt - zur Verwunderung der Sprecherin: ,,Nur einer der beiden war tatsächlich im Gespräch und ist es nun auch geworden'', sagt sie. Der zweite Kandidat sei hingegen ,,in der Presse gar nicht aufgetaucht''. Andreas Giebel, der wie Asül nicht zu erreichen war, wird indes nicht betrübt sein. Sein Terminkalender ist ohnehin dicht gefüllt. Neben zahlreichen Auftritten schreibt er derzeit an einem neuen Programm, das am 20. März Premiere im Lustspielhaus feiert.