Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März kann man sich wieder einmal fragen, wieso von Frauenfilmen, Frauenliteratur oder Frauenkunst gesprochen wird. Und warum niemand Begriffe wie Männerfilm, Männerbuch oder Männermalerei benutzt. Ist das eine die Norm und das andere die Ausnahme, die so außergewöhnlich ist, dass man sie sogar eigens etikettieren muss? Wer etwa auf die ungleiche Geschlechter-Verteilung bei Filmproduktionen (vor und hinter der Kamera) schaut, könnte das fast glauben.
Dem gegenüber steht die ukrainische Regisseurin Kira Muratowa. Sie behauptet im Gespräch mit der Dokumentarfilmerin Isa Willinger: „Frauen machen die härteren Filme.“ Davon ausgehend macht die gebürtige Münchnerin Willinger („Plastic Fantastic“) einen Streifzug durch die feministische Filmgeschichte: In „No Mercy“ spricht sie mit weiblichen Regie-Ikonen und radikalen Vordenkerinnen wie Catherine Breillat, Virginie Despentes, Ana Lily Amirpour, Monika Teut oder Alice Diop. Sie zeigt auch Ausschnitte aus ihren Filmen, die von Sex und Gewalt erzählen, von Begehren, Wut und Widersprüchen, von Zärtlichkeit und Poesie.
Valie Export kommt in Willingers Film ebenfalls zu Wort: „Die Kinoleinwand ist ein Teil meines Körpers“, sagt die Wiener Medienkünstlerin, die in den 1960er-Jahren mit ihrem „Tapp- und Tastkino“ Performance-Kunst, Feminismus und Expanded Cinema vermengte. „No Mercy“ lief 2025 auf vielen Festivals, jetzt startet der Dokumentarfilm regulär in den Kinos. Am Internationalen Frauentag stellt ihn Isa Willinger im Münchner Theatiner Kino persönlich vor und beantwortet Publikumsfragen.
No Mercy, D/AT 2025, Regie: Isa Willinger, Filmgespräch am Sonntag, 8. März, 18 Uhr, Theatiner Filmkunst; der Film läuft auch im Werkstattkino und im Breitwand Kino Gauting

