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Neuried:Bürger haben nichts zu sagen

Preisgericht entscheidet allein über Entwürfe zur Ortsmitte

Wie die Neurieder Ortsmitte mitsamt neuem Rathaus mal aussehen soll, war eines der großen Themen im Wahlkampf. Dementsprechend beschäftigte diese Frage den neuen Gemeinderat auch gleich in seiner ersten regulären Sitzung. Für die Gemeinde werden neben Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) auch Michael Zimmermann (CSU), Dieter Opatril (Grüne), Mechthild von der Mülbe (SPD) und Robert Hrasky (Bündnis Zukunft Neuried) im Preisgericht "Neues Rathaus und Ortsmitte" sitzen. Dort landen die Architektenentwürfe zur Bewertung, die sich der Gestaltung der neuen Ortsmitte im bald beginnenden Planungswettbewerb annehmen. Aus der Begutachtung gehen ein oder mehrere Siegerentwürfe hervor, die bei der weiteren Planung berücksichtigt werden. Welche Kriterien ausschlaggebend und welche Fachrichter noch in der Jury sein werden, ist noch nicht entschieden.

Einen Vorstoß der Grünen, der eine weitreichende Bürgerbeteiligung in dem Wettbewerbsverfahren festgeschrieben hätte, zog Dieter Maier (Grüne) schließlich wieder zurück. Wäre es nach dem Antrag gegangen, hätten Neurieder Bürgerinnen und Bürger nach der Beurteilung durch das Preisgericht noch die Möglichkeit gehabt, die Entwürfe "in eine eigene Reihung" zu bringen, wie es in dem Antrag heißt. Der Gedanke: Wer sich die Neubauten der Ortsmitte in den kommenden Jahrzehnten täglich angucken muss, der bringe "eine andere Expertise" mit als Architekten oder Gemeinderäte, sagte Maier.

Das Problem - und der Grund, weshalb der Antrag zurückgezogen wurde: Die Zuschlagskriterien müssten so ausgeschrieben sein, dass die teilnehmenden Architekten von vornherein wissen, wonach ihre Entwürfe bewertet werden, wie Bauamtsleiter Andreas Braun erklärte. Das sei bei einem nachträglichen Bürgervotum, das die Entwürfe nach der Entscheidung des Preisgerichts neu ordnen kann, schlicht "nicht möglich". Braun sieht deswegen die Gefahr einer "Rüge beim Vergabeverfahren". Dies hätte Konsequenzen: "Dann steht das Bauvorhaben", sagte Braun. Das jedoch will sich die Gemeinde nicht leisten. Denn der Zeitplan ist ohnehin schon sehr knapp bemessen. Der Mietvertrag für das Interimsrathaus am Hainbuchenring läuft noch bis zum Jahr 2024.

© SZ vom 26.05.2020

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