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Neuried/München:Gratis-Tests für Neurieder

Neue Corona-Teststation für Menschen in systemrelevanten Berufen in München, 2020

Abstriche in der Mehrzweckhalle: Neurieder können sich kostenlos testen lassen.

(Foto: Florian Peljak)

Der Landkreis sucht noch nach einer Regelung

Die Neurieder können sich am Freitag, 3. Juli, und Samstag, 4. Juli, in ihrer Mehrzweckhalle, Am Haderner Winkel 2, kostenlos und anonymisiert auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen. Getestet, so teilt die Gemeinde mit, werde sowohl auf eine aktuelle Erkrankung (Rachen-/Nasenabstrich) als auch durch eine Blutabnahme auf eine möglicherweise bereits stattgefundene Infektion. An beiden Tagen sind Tests für bis zu 1000 Neurieder möglich. Zur Organisation hat sich die Gemeinde mit dem Unternehmen Mikrogen, dem Medizinischen Versorgungszentrum Martinsried und der ebenfalls in Martinsried ansässigen Biotechcluster-Organisation BioM zusammengetan. Wer teilnehmen will, muss aus Neuried kommen und volljährig sein. Zudem müssen Teilnehmer bis Freitag, 3. Juli, 8 Uhr, einen Termin vereinbaren. Außerdem ist ein eigenes Smartphone, auf dem die LabRes-App installieren werden kann, Pflicht. Über diese App werden die genommen Tests mit einem anonymisierten Code zugeordnet sowie die Teilnehmer anschließend über ihr Ergebnis benachteiligt. Die App erfordere keine Registrierung oder Daten, versichern die Organisatoren. Weitere Infos und ein Link zur Anmeldung finden sich unter "Corona Testaktion Neuried" auf der Internetseite www.bio-m.org.

Noch nicht umfänglich geklärt ist, wie der von der Bayerischen Staatsregierung verfügte kostenlose Corona-Test für alle Bürger im Landkreis München umgesetzt wird. "Wir wissen noch nicht, wie das mit der Vergütung laufen soll, dabei wäre das für die Ärzte und das Landratsamt sehr interessant", sagte Gerhard Schmid, Leiter des Referats Gesundheit und Senioren im Landratsamt München. So sei nicht klar, ob Kassenpatienten die Tests erst nach der Bezahlung ihrer 30-Euro-Quartalsgebühr absolvieren dürfen, und wie Privatpatienten ihre Kosten vom Staat erstattet bekommen. Der Landkreis wolle jedenfalls seine Testzentren trotz der Aufhebung des Katastrophenfalls nicht auflösen, "um bei einem erneuten Ausbruch nicht wieder in den Reaktionsmodus zu geraten", sagte Landrat Göbel. Ob die Testzentren in den Kommunen dann auch für die kostenlosen Tests zur Verfügung stehen, müsse erst noch geklärt werden.

Indes hat der aktuelle Corona-Hotspot in Gilching im Landkreis Starnberg auch Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen im Landkreis München: Wie Landrat Christoph Göbel (CSU) in einer Online-Presserunde bekannt gab, wohnen drei der mehr als 40 infizierten Angestellten einer Gilchinger Cateringfirma auf Landkreisgebiet. Nun gehe alles seinen gewohnten Gang. "Die Betroffenen sind in Quarantäne, wir werden jetzt Kontaktpersonen ermitteln und diese einer Testung zuführen." Geschäftsbeziehungen in den Landkreis habe der Caterer nicht unterhalten, so Göbel: "Im Gegensatz zur Landeshauptstadt, gibt es bei uns keine Kunden dieser Firma." Zusätzlich zu den drei genannten Fällen ist seit Montag eine weitere Person positiv auf Covid-19 getestet worden, damit gibt es im Landkreis aktuell zwölf aktive Infektionsfälle. Darunter seien zwei Asylbewerber, die in entsprechenden Einrichtungen untergebracht sind. 17 identifizierte Kontaktpersonen der beiden seien bereits in Quarantäne.

© SZ vom 01.07.2020 / kors

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