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Neuried/München:Demo gegen Kiesabbau

Demo gegen Kiesabbau in Forst Kasten am Marienplatz

Münchner Kindl mit Axt gegen Waldrodungen in Forst Kasten - rund 100 Demonstranten aus Neuried und Planegg waren in die Stadt gereist, um ihrer Wut auf den geplanten Kiesabbau Ausdruck zu verleihen.

(Foto: Florian Peljak)

Initiative schlägt Flächentausch vor, doch die Stadt lehnt das ab

Dass Bürgerinitiativen aus Neuried und Planegg am Donnerstagabend auf dem Münchner Marienplatz demonstriert haben, zeigt schon, dass beim Kiesabbau im Forst Kasten alles ein bisschen kompliziert ist. Das Ziel der Demo hingegen war recht einfach: keine Waldrodungen im Forst Kasten für den Kiesabbau. Die stünden aber an, wenn auf der knapp zehn Hektar großen Waldfläche zwischen Neuried und Planegg mit der - derzeit ausgeschriebenen - Kiesförderung begonnen würde. Wie es nun mit dem Bannwald im Forst Kasten weitergeht, entscheiden aber, da wird es etwas kompliziert, nicht die dortigen Gemeinderäte, sondern die Münchner Stadträte. Denn die Kiesfläche gehört der Heiliggeistspital-Stiftung, die die Landeshauptstadt verwaltet. Und so standen mehr als 100 Demonstranten und Sympathisanten eben mit Pappbäumen und einem Münchner Kindl mit Axt in der Hand auf dem Marienplatz und nicht vor den Würmtaler Rathäusern.

Die Stimmung bei Astrid Pfeiffer, einer der Wortführerinnen des Protests, ist allerdings seit einigen Stunden gedrückt. Eine ihrer Ideen, wie die Bäume zu retten wären, hatte sich schon am Donnerstagmorgen fürs erste zerschlagen. Pfeiffer hatte angeregt, dass die Stiftung den Waldgrund mit einer städtischen Ackerfläche tauscht. Schotterebene und damit Kies sei schließlich überall, argumentierte sie, die Bäume aber nicht. In einem Antwortschreiben vom Donnerstag erteilt das Sozialreferat dem aber eine Absage. Zunächst sei das Stiftungsvermögen streng vom städtischen getrennt, ein Tauschgeschäft daher sehr kompliziert. Zudem müssten die beiden Flächen gleichwertig sein. Allein das zu prüfen, sei "finanziell und zeitlich sehr aufwendig", heißt es in dem Brief. Den Vorschlag umzusetzen, sei daher "nicht zielführend". Nicht nur Pfeiffer ist damit nicht zufrieden. Auch die Rathaus-Grünen lassen nicht von der Tausch-Idee ab. Sie wollen bei der nächsten Stadtratssitzung am Dienstag, 18. März, einen entsprechenden Eilantrag einbringen. "So einfach kommt die Stiftung nicht davon", sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher.

Astrid Pfeiffer wünscht sich nun mehr Transparenz. Über den Kiesabbau werde stets nichtöffentlich beraten. Sie will, dass künftig alle Beteiligten einbezogen werden, auch die Bevölkerung. Gemeinsam ließe sich, so sagt sie, vielleicht noch eine Lösung finden, die Bäume, mit denen sie aufwuchs, zu retten.

© SZ vom 14.02.2020
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