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Neuried:Harmonischer Start

Gemeinderäte wählen das alte Führungstrio wieder ins Amt

Die Neurieder Gemeinderäte setzen auf Kontinuität und auf einen harmonischen Start in die neue Amtsperiode. Einstimmig wählten sie Markus Crhak vom Bündnis Zukunft Neuried (BZN) erneut zum Zweiten Bürgermeister. Ebenso einstimmig fiel die Wahl des Dritten Bürgermeisters auf Dieter Maier (Grüne). Auch er hatte dieses Amt bereits in den vergangenen sechs Jahren inne. Für beide Ämter gab es nur einen Bewerber. Damit sprachen auch die Christsozialen, die als stärkste Fraktion bei der Postenvergabe wie schon in der vergangenen Periode leer ausgingen, den bisherigen Amtsträgern ihr Vertrauen aus. Harald Zipfel (SPD), der sein Bürgermeisteramt bei der Kommunalwahl Mitte März bereits im ersten Wahlgang deutlich verteidigt hatte, freute sich anschließend, dass die Zusammenarbeit zwischen BZN, Grüne und SPD auch in seiner zweiten Amtsperiode fortgeführt wird.

Während der Sitzung und der Wahlgänge achteten die Gemeinderäte sehr genau darauf, den Corona-bedingten Abstand einzuhalten. Vielleicht fielen deswegen die verbalen Umarmungen umso herzlicher aus. So schlug Birgit Zipfel (Grüne) vor, Markus Crhak in seinem Amt als Zweiter Bürgermeister zu bestätigen. Er sei "über alle Fraktionen hinweg" ein sehr angesehener Ansprechpartner. Daher wolle man die sehr gute Zusammenarbeit fortsetzen. Zwar sei er mit einem guten Gefühl in die Sitzung gekommen, trotzdem zeigte sich Crhak nach dem eindeutigen Zuspruch "berührt", sagte er in seiner kurzen Antrittsrede. Er danke "sehr herzlich". In der kommenden Periode werde er seinen Teil dazu beitragen, die von Respekt getragene Diskussions- und Streitkultur fortzuführen.

Politisch stehe zwangsläufig die Gestaltung der nördlichen Ortsmitte mit Schulneubau, neuen Rathaus und Häusern zum Leben und Wohnen an, sagte Crhak einen Tag nach seiner Wahl. Er will allerdings die südliche Ortsmitte entlang der Gautinger Straße dabei nicht vergessen. Dort sieht er ebenfalls "Gestaltungspotenzial nach oben". Wie weit dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann, sei allerdings "unter Vorbehalt" des Haushalts zu sehen. Neuried sei da "nicht auf Rosen gebettet", wie Crhak sagt. Zudem erwartet er auch Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Einkommens- und Gewerbesteuer. In der nächsten Gemeinderatssitzung am Dienstag, 12. Mai, von 19 Uhr an, wollen die Gemeinderäte unter anderem ein Preisgericht besetzen, das Entwürfe für die Ortsmitte bewertet. Jede Fraktion, so die Idee, soll ein Mitglied entsenden.

Mit eben so viel Vorschusslorbeeren schickte Tobias Kuner (BZN) den einzigen Bewerber um das dritte Bürgermeisteramt ins Rennen. Maier habe sich in der vergangenen Amtsperiode "mit Bravour geschlagen", sagte Kuner. Mit den Worten "Never change a winning team" empfahl er dementsprechend auch Dieter Maiers Wiederwahl. Dieser nutzte nach seiner Wiederwahl seine kurze Antrittsrede, um seine politischen Ziele zu betonen. Er wolle auch in den kommenden Jahren die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz "intensiv bearbeiten". Wenngleich "das aktuell nach hinten rückt", wie er mit Blick auf die Corona-Pandemie sagte, "sind das die Themen, an denen wir als Gemeinde arbeiten müssen."

© SZ vom 07.05.2020

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