Süddeutsche Zeitung

Neuperlach:Holzbau auf der Tiefgarage

Die Montessori-Schule "Campus di Monaco", derzeit in einem Provisorium, soll im Viertel eine feste Bleibe bekommen

Von Hubert Grundner, Neuperlach

So wie es aussieht, hat die Montessori-Schule "Campus di Monaco" in Neuperlach eine neue Heimat gefunden: Zwischen dem Life-Einkaufszentrum und dem Gebäudekomplex Albert-Schweitzer-Straße 62-66 soll über der Tiefgarage ein dreistöckiger Neubau entstehen und anschließend an sie vermietet werden. Aktuell ist der Campus äußerst beengt an der Schwanthalerstraße untergebracht. Der Bezirksausschuss (BA) Ramersdorf-Perlach hat in seiner jüngsten Sitzung signalisiert, dass er den Neuzugang im Kreis der bestehenden Schulfamilie gerne begrüßen würde: Das Konzept sei in Ordnung und entsprechender Bedarf gegeben.

Wolfgang Thalmeir (CSU), Sprecher des Unterausschusses Bauvorhaben, Stadtplanung und Bürgerbeteiligung, stellte das Projekt vor. Demnach gab es bereits einen genehmigten Bauantrag, der eine "schubladenartige" Erweiterung des Bestandsgebäudes im Erdgeschoss sowie den sich daran anschließenden Neubau eines dreistöckigen Gebäudes auf der vorhandenen Tiefgarage vorgesehen hätte. Nach dem Kauf der Immobilie plane nun die neue Eigentümerin eine Weiterentwicklung des Bestandsgebäudes ohne Änderung der Kubatur. Dabei solle die Fassade mit einer Holzverkleidung aufgewertet werden. Die Büroeinheiten im Inneren versuche man teilweise durch Neuzuschnitt der Grundrisse attraktiver zu machen. Wie es in der BA-Sitzung hieß, könnten alle Bestandsmieter dort bleiben, weder sei eine Kündigung der Verträge noch eine dramatische Mieterhöhung vorgesehen. Gedacht sei hingegen daran, im Erdgeschoss des Bestandsgebäudes Albert-Schweitzer-Straße 62-66 zu dessen Belebung Gewerbe wie etwa Cafés und Restaurants anzusiedeln. Und nicht zuletzt: Die Eigentümerin will auf der bestehenden Tiefgarage ein dreistöckiges Gebäude errichten und anschließend an die Montessori-Schule vermieten.

Im Gegensatz zu früheren Überlegungen soll es keine Verbindung zum Bestandsgebäude erhalten. Der zwischen Alt und Neu entstehende Durchgang solle als Zuwegung erhalten bleiben, wie Thalmeir erläuterte. Die derzeit vorhandenen oberirdischen Parkplätze würden fast vollständig entfallen. Lediglich 13 Stellplätze können erhalten werden. Bestehen blieben auch die Stellplätze in der Tiefgarage.

Der 650 Quadratmeter große Dachgarten des Neubaus wiederum soll als Pausenhof und Freifläche dienen und ist nach den vorliegenden Entwürfen barrierefrei zugänglich. Der komplette Schulbau werde in Holzmodulbauweise in kurzer Bauzeit realisiert. Eine "richtige" Sporthalle wäre nicht vorhanden, im Haus sei stattdessen ein Multifunktionsraum vorgesehen, der als Sportraum dienen könne. Darüber hinaus bestehe eine Kooperationsvereinbarung mit der Mittelschule an der Albert-Schweitzer-Straße. Gegebenenfalls könnten auch noch eine der benachbarten Bezirkssportanlagen sowie öffentliche Parkanlagen genutzt werden. Der Platz über der Tiefgarage reiche leider nicht aus, um auch noch eine Sporthalle zu errichten.

Sobald die Baugenehmigung vorliege, so die Auskunft im BA, wolle die Eigentümerin parallel die Fassaden des Bestandsgebäudes überarbeiten und den Schulneubau verwirklichen. Das Schulgebäude soll schon 2021 fertiggestellt sein. Geplant sei von 2021/22 an eine zweizügige Grundschule mit circa 320 Mädchen und Buben in Form der flexiblen Ganztagsschule bis 17 Uhr. Die Hälfte der Plätze werde kostenfrei sein. 50 Prozent der Kinder werden Deutsch als Zweitsprache lernen, haben also einen Migrationshintergrund.

Alles in allem stehen die Lokalpolitiker dem Vorhaben positiv gegenüber. Sie monieren aber, dass die bauliche Konzeption der Schule nicht überzeuge. Der Neubau passe nicht in die umgebende Struktur, und zwischen Bestandsgebäude und künftigem Schulhaus werde ein langer schmaler Gang entstehen, der vor allem nachts eine "dunkle Ecke" darstellen werde, den zu beleben vermutlich sehr schwierig werden dürfte. Der BA schlägt stattdessen eine Öffnung des länglichen Schulneubaus etwa in der Mitte vor. Auf die Weise könnte eine Verbindung zwischen Bestandsgebäude, Neubau und Life-Center in Form eines Quartiersplatzes geschaffen werden, von dem das ganze Ensemble profitieren könnte. Abschließend empfiehlt der BA in seiner Stellungnahme, diesen Vorschlag mit dem Bauherren zu besprechen und die beschriebene Änderung sicherzustellen. Ansonsten bestünden gegen das Projekt keine weiteren Einwendungen.

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SZ vom 12.02.2020
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