Neuland:"Als Russisch-Deutsche stehe ich hinter der Ukraine." 

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Neuland: Anas Pomelova steht als Dragking auf der Bühne. Ihr Künstlername: Perry Stroika .

Anas Pomelova steht als Dragking auf der Bühne. Ihr Künstlername: Perry Stroika .

(Foto: Florian Peljak)

Nachrichten aus dem jungen München: Anas Pomelova hat russische Wurzeln, steht jedoch als Dragking Perry Stroika beim "Munich Kyiv Cabaret" auf der Bühne, um Geld zu sammeln.

Von Luca Lang

Eigentlich hat Anas Pomelova wenig bis nichts mit dem Land zu tun, in dem sie geboren wurde. Die ersten Versuche der 28-Jährigen, sich mit ihren Wurzeln zu befassen, sich anzunähern, wurden von einem Angriffskrieg abrupt unterbrochen. Ein Krieg für den die Russisch-Deutsche nichts kann. "Und trotzdem fühle ich mich wegen meiner Herkunft verantwortlich", sagt Anas. Auch deshalb hat sie sofort ja gesagt, als sie gefragt wurde, ob sie beim "Munich Kyiv Cabaret" auftreten wolle. Dort steht Anas am Freitag, 9. Dezember, als Dragking Perry Stroika auf der Bühne der Drehleier. Mit dem Abend voller Drag-Performances, Magie und Burlesque soll Geld gesammelt werden für "Munich Kyiv Queer" - eine Kontaktgruppe, die sich als Schnittstelle zwischen der queren Szene in München und Kyiv, wie der ganzen Ukraine versteht. Seit zehn Jahren unterstützt die Gruppe die LGBTQI-Szene in der Ukraine durch gemeinsame Aktionen und Kampagnen.

Mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine hat sich auch die Arbeit von "Munich Kyiv Queer" verändert. Die Organisation sammelt Spenden für queere Geflüchtete, leistet Soforthilfe, unterstützt Zufluchtsorte für LGBTQI-Personen in der Ukraine, denn nicht für alle ist Flucht möglich. Beispielsweise dürfen männlich gelesene trans Personen das Land aufgrund der Generalmobilmachung nicht verlassen. Alle, die beim Munich Kyiv Cabaret auf der Bühne stehen, verzichten auf ihre Gage, sagt Anas. Sie möchte mit ihrem Auftritt auch ein Zeichen setzen: "Als Russisch-Deutsche stehe ich hinter der Ukraine."

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