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Neuhausen:Wünsch dir was

Stelzenhaus in München, 2017

Der Bau am Reinmarplatz soll eine Kopie des Stelzenbaus am Dantebad werden, der 2017 fertig wurde.

(Foto: Stephan Rumpf)

Bezirksausschuss schlägt einen Supermarkt unter dem Stelzenbau am Reinmarplatz vor

Nach dem Vorbild des preisgekrönten Pilotprojekts am Dantebad will die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Gewofag auch am Reinmarplatz einen Stelzenbau über einem Parkplatz errichten, mit bis zu 130 Wohnungen für Mieter mit unteren bis mittleren Einkommen. Dem Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg sind neue, preisgünstige Wohnungen höchst willkommen, allerdings hat er allerlei zusätzliche Wünsche bei diesem Projekt.

Schon im Juli forderte das Stadtviertel-Gremium, auf einem Teil des Parkraums Grünflächen und Spielplätze anzulegen, außerdem - so regten die Grünen an - eine ebenerdige Kindertagesstätte. Weil die Gewofag letzteres jedoch abgelehnt hat, schlägt der BA nun eine Kita im ersten Stock vor. Und die Freien Wähler (FW) brachten in der jüngsten Sitzung eine weitere Idee ein: einen Supermarkt im Erdgeschoss.

Im Umkreis von fast einem Kilometer befinde sich kein "Vollsortimenter", es gebe lediglich zwei Kioske mit sehr beschränktem Angebot, argumentierte Thomas Neuberger (FW). Für die meist älteren und nicht mehr so mobilen Anwohner am Reinmarplatz in Gern bedeutet das weite Wege zum Einkaufen. Baulich wäre das kein großes Problem, glaubt Neuberger, der sich das Gelände sogar mit Vertretern von zwei Supermärkten angesehen und vermessen hat: eine Bodenplatte, Wände zwischen den Stelzen, außerdem müssten 17 oder 18 Parkplätze dafür weichen.

Die BA-Vorsitzende Anna Hanusch (Grüne) äußerte sich dazu eher skeptisch. Sie erinnerte daran, dass die Gewofag doch klargemacht habe, dass sie exakt den Stelzenbau am Dantebad kopieren wolle, der damals in weniger als einem Jahr in Modulbauweise errichtet worden ist. Ein anderer Bau würde viel länger dauern, warnte Christoph Petrik (SPD), und seine Fraktionskollegin Maike Brandmayer pflichtete bei: "Schnell günstige Wohnungen zu bauen, das war doch genau unser Antrag." Weil aber rundum durchaus Sympathie für einen Supermarkt an dieser Stelle herrschte, beschloss das Gremium schließlich mehrheitlich, gegen die Stimmen von SPD, Grünen und ÖDP, den Antrag weiterzuleiten. Falls ihn die Gewofag ablehnt, hat man es immerhin versucht.