bedeckt München 24°

Neuhausen/Laim:Parkplätze weichen der Express-Trasse

Friedenheimer Brücke, Busspur statt Parkplätze geplant.

Weil auf der Friedenheimer Brücke künftig nicht mehr geparkt werden darf, wird der Metrobus 62 schneller vorankommen.

(Foto: Florian Peljak)

Der Metrobus 62 erhält auf der Friedenheimer Brücke eine eigene Spur von Neuhausen in Richtung Laim. Wenn der Laimer Tunnel am 19. September für drei Monate dicht ist, sollen die Busse dadurch besser vorankommen

Aus zwei mach drei, und das ruckzuck: In nur wenigen Tagen hat das Baureferat im südlichen Abschnitt der Friedenheimer Brücke die alten Markierungen abgefräst, neue weiße Linien gezogen und auf eine der nun drei Fahrspuren Pfeile und das Wort "Bus" gemalt - fertig ist die eigene Trasse für die Linie 62, die vom Rotkreuzplatz übers Westend zum Sendlinger Tor fährt.

Die Maßnahme an der Friedenheimer Brücke ist eine von neun zur Linienbus-Beschleunigung, die der Stadtrat im Herbst 2018 in einem ersten Paket beschlossen hat; die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hatte insgesamt 50 Vorschläge aufgelistet. Die Friedenheimer Brücke hat die Verwaltung "priorisiert" behandelt, damit sie möglichst vor der Sperrung der Laimer Unterführung fertig ist. Denn am 20. September beginnen dort die Bauarbeiten an der sogenannten Umweltverbundröhre. Der letzte Bus fährt in der Nacht zum 20. September um 1 Uhr durch, und ab dann werden der Auto- und auch der Busverkehr drei Monate lang, bis 20. Dezember, die Friedenheimer Brücke fluten.

Beschleunigt wird der Metrobus 62 - und ab 2020 auch der Expressbus X30 - aber nur in eine Richtung, von Neuhausen nach Laim. In der Gegenrichtung müssen sich die Busse weiter eine Spur mit den Autos teilen. Außerdem endet der abmarkierte Streifen auch ein gutes Stück vor der Ampel an der Landsberger Straße, damit sich die geradeaus fahrenden Busse nicht mit den Rechtsabbiegern in die Quere kommen. Dennoch: Ein bisschen weniger Stau und schnelleres Durchkommen wird das bringen für die Fahrgäste des 62er-Busses und des umgeleiteten 51ers, die in diese Richtung unterwegs sind in den Monaten, in denen der Laimer Tunnel dicht ist.

Dass die Ausweichroute über die Friedenheimer Brücke schnell überlastet ist und manchmal stundenlang gar nichts mehr voran geht, haben Autofahrer und Öffentlich-Fahrer zum Beispiel 2013 erlebt, als die Laimer Röhre eine Zeitlang wegen Fernwärmearbeiten gesperrt war. Damals freilich war der nördliche Abschnitt der Friedenheimer Brücke noch nicht ausgebaut, erst seit Ende 2017 gibt es auf der Wilhelm-Hale-Straße bis hinauf zum Ende der neuen Bebauung zwei Spuren in jede Richtung plus Linksabbiegespuren an den Kreuzungen. Am Brückenkopf, beim S-Bahn-Eingang, war und ist freilich Schluss mit der Geräumigkeit, zur Landsberger Straße mussten und müssen sich weiter alle Fahrzeuge auf je einer Spur drängeln. Auf den zweiten Spuren auf beiden Seiten durfte bisher geparkt werden, kostenlos sogar. Mit dieser Parkplatz-Herrlichkeit ist nun, wegen der eigenen Bustrasse, Schluss; auf beiden Seiten der Fahrbahn gilt absolutes Halteverbot.

Die Rathaus-Grünen, unter ihnen auch Anna Hanusch, die Vorsitzende des Bezirksausschusses Neuhausen-Nymphenburg, hatten im Mai in einem Dringlichkeitsantrag gefordert, diese Parkplätze auf beiden Seiten der Friedenheimer Brücke während der Sperrung des Laimer Unterführung zugunsten von zwei Busspuren aufzugeben, damit die Busse ihren Fahrplan einhalten können. Und sicher die Hoffnung gehegt, diese Busspuren könnten zur Dauereinrichtung werden. Dafür aber, so rechnet es das Kreisverwaltungsreferat (KVR) vor, sei die Fahrbahn nicht ausgelegt: Zwei Busspuren à 3,50 Meter Breite und zwei Spuren für den Autoverkehr à drei Meter ergibt 13 Meter, breit ist die Asphaltpiste aber nur 11,70 Meter.

Das KVR geht auch nicht davon aus, dass dieser südliche, engere Brückenabschnitt während der Umleitungszeit zum Nadelöhr wird. "Zweifelsfrei können die einspurigen Richtungsfahrbahnen auf der Friedenheimer Brücke den Verkehr bewältigen", teilt es in einer Stellungnahme auf den Grünen-Antrag mit. Die "relevanten Punkte", damit der Verkehr auf der Ausweichroute fließt, seien die Kreuzungen nördlich und südlich der Brücke; man werde prüfen, inwieweit veränderte Ampelschaltungen dort sinnvoll und nötig seien.