bedeckt München

Neuhausen:Ein Herz für die Leser

Dass Buchläden geöffnet bleiben dürfen, Büchereien aber schließen mussten, treibt Anna Leuchtweis (SPD) und Wolfgang Schwirz (CSU) aus dem Neuhauser Bezirksausschuss (BA) um. Sie hatten deshalb einen fraktionsübergreifenden Antrag an die Staatsregierung vorbereitet, für den sie auf Unterstützung des Oberbürgermeisters hoffen: Die Stadtbibliotheken sollten umgehend wieder öffnen. Diese hätten bereits bewiesen, dass sie gute Hygienekonzepte entwickelt haben, und von einem besonderen Ansteckungsrisiko in den Büchereien sei nichts bekannt. Just am Abend der jüngsten BA-Sitzung allerdings riss München den Inzidenzwert von 200. Schwirz ruderte deshalb zurück und schlug einen Zusatz vor: "Sobald es die Corona-Lage wieder zulässt." Das war einigen im Gremium zu vage. Er gehe doch davon aus, sagte Felix Meyer (FDP), dass die Staatsregierung "alles" wieder öffne, sobald es die Lage zulasse. Nach einiger Debatte einigte sich das Gremium auf die Formulierung "sobald der Katastrophenfall aufgehoben ist", was sich aber angesichts der jüngsten Verschärfung sicherlich über den 10. Januar hinaus ziehen wird. Und bis dahin sollten die Bibliotheken - diesen Vorschlag brachte Anna Lena Mühlhäuser (SPD) noch ein - einen "To-go"-Betrieb anbieten, so wie die Gastronomie. Solch einen kontaktlosen Ausleihservice hat zum Beispiel die Gemeindebücherei Gräfelfing im Würmtal bereits eingerichtet. Leserinnen und Leser können im Katalog stöbern, online oder telefonisch das Gewünschte bestellen und es im Treppenhaus der Bücherei abholen. Sogar eine Überraschungstüte stellt das Büchereiteam auf Wunsch zusammen.

© SZ vom 16.12.2020 / son
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema