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Neuhausen:Denkmal soll wandern

CSU-Stadtrat fordert, Stelen zu mobiler Installation umzubauen

Das Widerstandsdenkmal am Platz der Freiheit hat in den Jahren seit seiner Errichtung vieles erlebt. Ursprünglich als temporäre Installation eingerichtet, hat das Werk, das 2016 ein Aktionskreis des Künstlers Wolfram Kastner aufgestellt hat, bei den Neuhauser Bürgern inzwischen regen Anklang gefunden. Mehrfach sprach sich die Bürgerversammlung für einen Verbleib der zwölf Stelen aus, die 13 Schicksale von Widerstandskämpfern gegen die nationalsozialistische Diktatur dokumentieren. Dies resultierte mehrfach in einer Verlängerung des Ausstellungszeitraums. Im Sommer hat der Kulturausschuss ein weiteres Mal grünes Licht gegeben, bis Oktober kommenden Jahres.

Von einem dauerhaften Verbleib hält die CSU-Fraktion indessen nichts. So hat Stadtrat Leo Agerer jetzt beantragt, das Widerstandsdenkmal zu einer mobilen Installation umzubauen. Auf diese Weise könne es an verschiedenen Institutionen im Stadtgebiet, etwa vor Schuleingängen eingesetzt werden. Vor allem Neuhausen-Nymphenburg sei für ein derartiges Wanderdenkmal die geeignete Bühne, aufgrund des Bezugs der 13 dargestellten Persönlichkeiten zum Stadtbezirk. Ein nur vorübergehend genehmigtes Denkmal könne indessen nicht ohne einen vorausgegangen Wettbewerb auf alle Ewigkeit verbleiben.

Dies hatte auch schon der Kulturausschuss 2017 festgestellt. Inhaltlich sei die Installation sinnvoll, künstlerisch könne sie hingegen nicht mithalten. In einer Präsentation an mehreren Standorten sieht Agerer die Chance, verschiedene Kreise von Bürgern zu erreichen. Der Platz der Freiheit könne für wechselnde Kunstprojekte zum Thema "Freiheit" genutzt werden. Wolfram Kastner dürfte an dieser Idee indes keinen großen Gefallen finden, hat er sich in der Vergangenheit doch mehrfach für einen Verbleib des Denkmals am Platz der Freiheit eingesetzt.

© SZ vom 23.11.2020 / ilp
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