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Neuhausen:Beschränktes Platzangebot im Netz

Home-Office allerorten. Auch Neuhausens kleines Kellertheater "dasvinzenz" befindet sich im "Wir bleiben zu Hause"-Modus. Was in der Praxis bedeutet, dass man es nun nicht mehr an der Elvirastraße besuchen kann, sondern im Netz. So wird also "virtuelles Theater, Folge 1" angekündigt. An diesem Freitag, 17. April, gibt es die A-Premiere (19 Uhr) und die B-Premiere (20 Uhr) des Programms "Das Recht auf Faulheit", das in etwa den Zustand der allerorten grassierenden Kurzarbeit beschreibt, denn Überstunden sind qua Gesetz verboten. Die Vinzenz-Leute, Robert Spitz, Barbara Kastner und Michael Bischoff, treffen sich jeden Tag von 9 bis 11 Uhr im virtuellen Raum zur Besprechung und erzeugen so ein Arbeits-Feeling. Aber wie geht es den Theaterleuten damit, ist doch die Einheit von Zeit und Raum, das essenzielle Wesensmerkmal von Theater, aufgehoben. Immerhin, die gemeinsame Zeit gibt es noch. Und den Raum, den simulieren sie nun für ihr Publikum, mit Performance Space, Wohnzimmer und Bar - fast wie immer. Je 15 Minuten dauert die Vorstellung, die auch in den unendlichen Weiten des Internets ein beschränktes Platzangebot von exakt 44 Sitzen hat. Weshalb man aufgefordert wird, per E-Mail an info@dasvinzenz.de zu reservieren und dabei auch brav anzugeben, ob man nun um 19 Uhr oder 20 Uhr dabei sein möchte. Dann wird einem die Einladung zur Teilnahme zugeschickt. Und im Anschluss, das gehört sich so, gibt es eine öffentliche Premierenfeier.

© SZ vom 17.04.2020 / czg

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