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Cronut in München:Lecker, fettig, hipstertauglich

Mucnut in München

Den Mucnut gibt es in vier Sorten, deftig sind sie alle.

(Foto: Andrea Lindner)

In New York stehen die Hipster schon für ihn Schlange, vor kurzem ist er auch in München angekommen: Der Cronut, eine Mischung aus Croissant und Donut, soll die Stadt erobern. Allerdings unter einem anderen Namen. Zwei Läden streiten sich nun, wer den fettigen Kringel zuerst nachgebacken hat.

Das Einkaufszentrum Pep sieht morgens noch etwas verlassen aus, der Müll vom Vortag quillt aus großen Tonnen neben dem Eingang. Neuperlach gilt nicht gerade als Münchner Szeneviertel, dennoch soll nun eine neue Ära dort beginnen - der Siegeszug des New Yorker Cronuts, der hier Mucnut heißt. An der Theke der Bäckerei Traublinger im Pep stehen am Freitagvormittag allerdings keine Hipster, sondern nur ein paar ältere Damen und Herren. Sie machen ihren täglichen Einkauf und bemerken gar nicht den großen Schriftzug über ihnen: "Die Münchner Antwort auf den Cronut-Hype aus New York - nur viel besser", heißt es dort. 150 Mucnuts für je 4,20 Euro bietet Traublinger hier an.

Im Stadtteil Soho stehen die Leute derzeit stundenlang Schlange, um den fettigen Kringel zu bekommen. Wie der Name schon vermuten lässt, ist der Cronut eine Mischung aus Croissant und Donut. Nur viel fettiger. Circa 500 Kalorien stecken in ihm. Erfinder Dominique Ansel hat es schlau gemacht: Er hat sich den Namen schützen lassen und produziert jeden Tag nur eine sehr begrenzte Stückzahl - und hat so eine richtige Hysterie um das Gebäck hervorgerufen. Angeblich gibt es bereits einen kleinen Schwarzmarkt für seine Cronuts in New York - dort muss man mit circa 50 Dollar für einen Fettkringel rechnen.

Das können wir auch, dachte sich Traublingers Tochter. Sie erfuhr im Netz von dem Hype und stichelte ihre Eltern an, doch einen eigenen Versuch zu starten. "Ich habe Angst, dass unser traditionelles Gebäck ausstirbt", sagt ihre Mutter nun. "Bei den jungen Leuten wird der Mucnut aber sicher gut ankommen." Ihr Mann ist zuversichtlicher: "Wir sind die Ersten hier in München!", sagt er stolz.

Mucnut in München

Sieht aus wie ein gefüllter Donut, nur höher: ein Mucnut.

(Foto: Andrea Lindner)

Doch auch die Besitzer des kleinen Cafés "Wir machen Cupcakes" am Viktualienmarkt behaupten, die Vorreiter zu sein. Bei ihnen waren die "Croissant-Donuts" nach eigener Aussage bereits nach einer Stunde ausverkauft. Die Traublingers sind zumindest mutiger. Sie wollen von Neuperlach aus den Hype um den Cronut aus New York in München etablieren. Zeitgleich startete der Verkauf in den Riem Arcaden. Ein wenig fragt man sich, warum die Bäckerei die Mucnuts nicht auch im Zentrum anbietet. Oder im Glockenbach, wo sich wohl eher ein paar kaufwillige junge Hipster finden ließen. Zumal dort schon Kunden nachgefragt haben. Im Pep bleibt die erhoffte Schlange zumindest zunächst aus. Dabei sieht der Mucnut durchaus lecker aus.

Die Form des Blätterteigs erinnert an einen gefüllten Donut - nur etwas höher. Die Kunden können in Neuperlach zwischen Marzipan, Nugat, Aprikose oder Kirschcreme wählen. Trotz cremiger Marzipanfüllung und knusprigen Mandeln schmeckt der Mucnut allerdings, als ob er gerade in Fett gefallen wäre. Ob die gesundheitsbewussten Münchner den Mucnut genauso hypen werden, wie die New Yorker ihren Cronut? Möglich wäre es. Denn das fettige Gebäck hat Suchtpotential - auch wenn viele nach einem halben Mucnut aufgeben müssen.

© Süddeutsche.de/afis/infu
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