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Neues Gebäude:Platz für alle Bedürfnisse

In der Grundschule von Rektorin Manuela Schwimmbeck können die Kinder im "Snoezelen-Raum" mit Matten und Musik entspannen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Die erst gut vier Jahre alte Grundschule an der Helmholtzstraße landet auf Rang zwei

Von Melanie Staudinger

Für jedes Kind und jede Familie soll es das richtige Angebot geben - darauf legt Manuela Schwimmbeck großen Wert. Deshalb gibt es an der Grundschule an der Helmholtzstraße, die sie leitet, nicht nur Ganztagsklassen, sondern auch eine Mittagsbetreuung und ein Tagesheim. "Manche Kinder brauchen einen Tapetenwechsel zwischen Vormittag und Nachmittag", sagt Schwimmbeck. Für andere wiederum sei es wichtig, dass Unterricht und Erholung sich abwechselten, wie es im gebundenen Ganztag der Fall ist. Gemein ist den meisten Familien, dass sie eine Betreuung brauchen, die über den Vormittag hinausgeht. Denn mittags gehen nur die wenigsten Kinder nach Hause, derzeit 18 von insgesamt 203 Schülern, also nur ungefähr jedes zehnte Kind.

Die Grundschule an der Helmholtzstraße bietet ideale Voraussetzungen dafür, dass die Schüler länger bleiben Die Schule wurde erst im September 2012 eröffnet, hat also ein relativ neues und großzügiges Gebäude, das sogar Architekturpreise gewann. Dieses ist in vier sogenannte Jahrgangshäuser eingeteilt. Jede Klasse hat zwei Räume: ein Klassenzimmer und einen Raum für die Nachmittagsbetreuung, also das Tagesheim. "So können wir am Vormittag die Klasse im Unterricht teilen", sagt Schwimmbeck. Nachmittags können die Kinder im Klassenzimmer Hausaufgaben machen und müssen diese nicht im Spielzimmer erledigen. So komfortabel sind nicht alle Münchner Grundschulen ausgestattet, dessen ist Schwimmbeck sich durchaus bewusst.

Sie sieht aber noch einen weiteren Vorteil: Das gesamte Personal hat gemeinsam angefangen, Schulleitung, Sekretariat, Lehrer, Erzieher, externe Partner und Hausmeister. "Das schweißt zusammen", sagt die Rektorin. Auch die Übergangsklassen für Flüchtlingskinder habe es von Anfang an gegeben. "Wir konnten klein anfangen und uns an alles herantasten." Voll ausgelastet ist ihre Schule auch heute noch nicht, was ebenfalls sehr selten vorkommt in München. Das nahe gelegene alte Postareal gehört zwar zum Sprengel, ist aber noch nicht bebaut. Schwimmbeck hat daher Klassen, in denen nur 16 oder 17 Kinder sitzen - eine ideale Lernatmosphäre mit viel Zeit für Einzelförderung.

Eine geringe Schülerzahl kann aber auch Nachteile haben, wie Schwimmbeck bei den Anmeldungen für das laufende Schuljahr erfahren hat: Für die Ganztagsklasse hatten sich lediglich 14 Kinder angemeldet. Das Angebot kam nicht zustande. Im nächsten Schuljahr will Schwimmbeck es mit dem rhythmisierten Ganztag wieder versuchen. "Wir wollen alle Bedarfe abdecken", sagt sie. Wichtig ist dabei die Förderung schwacher Schüler: Die Grundschule beherbergt acht Zweitklässler der Mathilde-Eller-Schule, einem Förderzentrum für geistige Entwicklung. Diese werden in Sport, Kunst und Musik mit den Regelschülern unterrichtet und haben sonst Förderstunden. "Davon profitieren alle", sagt Schwimmbeck.

© SZ vom 18.01.2017
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