Neuer Sportcampus des FC Bayern Acht Fußballplätze für Nachwuchskicker

Der FC Bayern München baut eine Akademie für Nachwuchs-Kicker.

(Foto: dpa)
  • Im Herbst soll der Baubeginn für ein Nachwuchs-Campus des FC Bayern an der Ingolstädter Straße sein.
  • Vor dem Bezirksausschuss Schwabing-Freimann hat es erstmals Details der Planungen gegeben.
  • Die Profi-Abteilung, die Frauenmannschaft und die Geschäftsstelle sollen weiterhin an der Säbener Straße bleiben.
Von Alfred Dürr

Der Bau des Fußballstadions in Fröttmaning, das vor zehn Jahren eröffnet wurde, ist für den FC Bayern längst Geschichte. Nicht weit von der Arena entfernt will der Verein bald den Grundstein für ein weiteres Vorhaben mit beträchtlichen Dimensionen legen. Voraussichtlich im September soll Baubeginn für den Nachwuchs-Campus an der Ingolstädter Straße im äußersten Norden der Stadt sein, verkündete jetzt Bayern-Präsident Karl Hopfner: "2017 wollen wir mit unserem Leistungszentrum an den Start gehen."

Vor dem Bezirksausschuss Schwabing-Freimann gaben Hopfner, Allianz-Arena-Chef Jürgen Muth und der Bau-Fachanwalt Rudolf Häusler erstmals die Details der Planungen bekannt. Vom Tisch sind demnach Überlegungen, auf dem Gelände ein "Mini-Stadion" mit 5000 Plätzen und einer Tiefgarage für rund 1200 Autos zu errichten. Entsprechende Pläne hatten in der Umgebung für Unruhe gesorgt, weil man Verkehrsbelästigungen fürchtete. Nun soll ein Fußballfeld mit einer Tribüne für 2500 Besucher entstehen. Auf der verbleibenden Fläche können Parkplätze untergebracht werden.

Akademie für den Nachwuchs

Zu dem künftigen Nachwuchs-Leistungszentrum des deutschen Rekordmeisters gehört weiterhin ein Klubheim mit Restaurant und Fanshop. In unmittelbarer Nachbarschaft ist eine "Akademie" mit Trainingshalle für die jungen Spieler vorgesehen. In dem Komplex können sie und ihre Betreuer auch übernachten. Umrahmt wird der Campus von acht Fußballfeldern verschiedener Größen. Über die architektonische Gestaltung der Gebäude, für die das Frankfurter Büro Albert Speer und Partner zuständig ist, könne er noch keine Auskunft geben, sagte Hopfner.

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Der Präsident machte deutlich, dass die Profi-Abteilung, die Frauenmannschaft und die Geschäftsstelle an der Säbener Straße, der bisherigen Bayernzentrale, bleiben. Die Amateurmannschaft spiele weiterhin im Grünwalder-Stadion. Das neue Klubzentrum an der Ingolstädter Straße werde dann den kompletten Nachwuchsbereich beherbergen.

Der Münchner Norden ist geprägt durch weite Landschaften wie die Fröttmaninger Heide und die sogenannte Panzerwiese. Vor acht Jahren hatte der FC Bayern die von der Bundeswehr freigegebenen Flächen im Nordteil der Fürst-Wrede-Kaserne erworben. Dabei handelt es sich um ein Areal, das 30 Hektar umfasst. Zur Hälfte befindet sich das neue Sportgelände auf dem Gebiet der Gemeinde Oberschleißheim. Der Planungsprozess hat sich über so viele Jahre hingezogen, weil komplizierte Abstimmungen und Vereinbarungen zwischen München und Oberschleißheim nötig waren, berichtete Rechtsanwalt Rudolf Häusler. Auch das Landratsamt München, das Staatliche Bauamt Freising und die Regierung von Oberbayern waren involviert.

Altlasten und Öko-Flächen

Eine "delikate Angelegenheit", so Häusler weiter, seien die Planungen auch gewesen, weil besonderer Wert auf den Schutz der ökologisch wertvollen Flächen im und um das frühere Kasernengebiet gelegt wurde. Das Konzept für den Nachwuchs-Campus füge sich gut in diese Landschaft ein. Nicht einfach sei der Abriss der ehemaligen Bundeswehr-Gebäude gewesen. Zum Beispiel waren im Zusammenhang mit einer Tankstelle auch Altlasten zu beseitigen. Die Abbrucharbeiten sind inzwischen abgeschlossen.

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Das Campusareal des FC Bayern wird eingezäunt sein. Eltern können zum Abholen ihrer Kinder vorfahren und das Klubhaus nutzen. Zu Veranstaltungen und Wettbewerben dürfen auch Besucher auf das Gelände. An der Ingolstädter Straße wurde eine neue Kreuzung gebaut, die der FC Bayern finanziert hat. Zudem soll es eine eigene Bus-Haltestelle geben.

Weiterhin militärisch genutzt wird der südliche Teil der Fürst-Wrede-Kaserne. Die Einrichtungen dort unterhält der Hochtief-Konzern. Das Unternehmen war auch für die Sanierung und den Umbau des Kasernenareals zuständig. Deutschlandweit handelte es sich dabei um die erste Partnerschaft zwischen dem Staat und einem privaten Betreiber in diesem Bereich.