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Neue Nutzung:Genossenschaft im Kloster Schlehdorf

Cohaus Kloster Schlehdorf Seminar-, Gäste- & Atelierhaus der WOGENO München eG

Im Kloster Schlehdorf haben bislang Dominikanerinnen gelebt, ihnen ist es aber zu groß geworden.

(Foto: Corinna Guthknecht)

Die Münchner Wogeno kauft die Immobilie am Kochelsee - zum Wohnen und Arbeiten

München boomt - so sehr, dass vielen nichts anderes übrig bleibt, als ins Umland oder gleich richtig raus aufs Land zu ziehen. Weil es schlicht zu wenig Wohnraum gibt, und weil der wenige Wohnraum zunehmend unbezahlbar wird. Und Genossenschaften, die bezahlbaren Wohnraum schaffen wollen? Können die Grundstücke in der Stadt kaum noch bezahlen. Die Münchner Wohnungsbaugenossenschaft Wogeno schaut sich deshalb seit einiger Zeit auch außerhalb der Stadt um. In dem kleinen Ort Schlehdorf am Kochelsee, knapp 70 Kilometer von München entfernt, ist sie fündig geworden - die Genossen kaufen dort nun ein Kloster.

Es passte perfekt: Auf der einen Seite das Kloster Schlehdorf, das den verbliebenen Schwestern der Missions-Dominikanerinnen viel zu groß geworden war. Auf der anderen Seite die Genossenschaft, auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zur kreativen Nutzung von Raum zum Wohnen und Arbeiten. Für 4,2 Millionen Euro boten die Schwestern ihr bisheriges Heim zum Verkauf an, das Konzept der Wogeno für ein sogenanntes Co-Haus gefiel ihnen schließlich am besten: ein Haus zum Wohnen und zum kreativen Arbeiten, für kurze und lange Aufenthalte, ökologisch, sozial und gemeinschaftlich orientiert, mit angeschlossenem Seminarbetrieb. Seit Juni 2018 läuft ein Probebetrieb, 60 Menschen gehen ein und aus, wohnen teils dauerhaft, teils wochenweise in dem umgewidmeten Kloster. Nun hat der Aufsichtsrat der Wogeno beschlossen, das Haus zu erwerben. Sollte mit den Baugenehmigungen zum Umbau des Hauses alles laufen wie geplant, dürfte dem Kauf nichts mehr im Weg stehen. Am vergangenen Wochenende habe die Hausgemeinschaft die Ordensschwestern, die mittlerweile in einem kleineren Haus auf ihrem Grundstück leben, zu Kaffee und Kuchen eingeladen, erzählt Wogeno-Vorstand Peter Schmidt, man habe zusammen gesungen, gefeiert und einander beglückwünscht. "Wir hoffen, dass wir dann bis Mitte nächsten Jahres beide Baugenehmigungen haben", so Schmidt.

50 Wohnplätze in sogenannten Cluster-WGs und 16 Studios zum Arbeiten soll es eines Tages geben. Weitere Projekte sind in Bad Aibling und in Wörthsee geplant. Gleichzeitig konzentriert die Genossenschaft sich weiter auf das Kerngeschäft in München. In Freiham hat sie gerade ein Grundstück erworben, auf dem 80 Wohnungen entstehen sollen.