Neue Masche Diebe überlisten Komfort-Zugang bei Luxus-BMWs

"Keyless Go" - praktisch, für wen der Griff in die Hosentasche zu lästig ist. Aber mit Sicherheitslücken.

(Foto: BMW Group)

Mehrere Autos in München konnten sie so bereits stehlen. Die Täter gingen dabei mit vergleichsweise simplen Mitteln vor.

Von Martin Bernstein

Bei Daimler heißt das System "Keyless Go", bei BMW "Comfort Access". Gemeint ist automobile High-Tech, bei der das Fahrzeug den elektronischen Schlüssel in der Hosentasche des Fahrers erkennt, sobald dieser sich nähert, und sich automatisch bei Berührung des Türgriffs öffnen lässt. Findige Autodiebe haben sich dieses System jetzt zunutze gemacht und vier hochwertige BMW geklaut. Sie gingen dabei mit vergleichsweise simplen Mitteln vor.

In der Nacht zum Montag wurden im Bereich der Polizeiinspektion 43 zwei BMW 740d und 525d entwendet, die in der Irisstraße und in der Dahlienstraße geparkt waren. Am Tatort Dahlienstraße entdeckte die Polizei im Schnee Fußspuren, die bis unmittelbar vor das Erdgeschossfenster des Anwesens reichten. Offenbar arbeiteten die Autoknacker also mit Funkwellenverlängerung.

Dabei wird laut Polizei das Funksignal des Pkw-Schlüssels vor dem Haus mit einem Empfangsgerät aufgenommen und an ein weiteres Gerät gesendet, mit dem sich ein zweiter Täter in unmittelbarer Nähe des Autos befindet. So erhält das elektronische System im Pkw das reguläre Funksignal des Pkw-Schlüssels, entriegelt die Autotür und der Motor kann gestartet werden.

Die Täter hatten offenbar beobachtet, wohin die Besitzer der 65 000 bis 82 000 Euro teuren Autos gegangen waren. In der Nacht auf Dienstag wurde vermutlich mit derselben Methode ein weiterer BMW 530d entwendet, der ebenfalls mit Comfort Access ausgestattet und im Eugen-Kalkschmidt-Weg in Bogenhausen geparkt war. Zuvor kam es schon um den Jahreswechsel herum in Taufkirchen zum Diebstahl eines BMW M6, der ebenfalls mit Comfort Access ausgerüstet war. Hinweise ans Kommissariat 54, Telefonnummer 089/29 100.

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