Neue Lounges Am Flughafen München gibt es nun Badewannen

Die neuen Lounges im Satellitenterminal sind stylisch gestaltet und bieten einen guten Blick auf das östliche Vorfeld.

(Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Am 26. April soll das neue Satellitenterminal am Flughafen München in Betrieb gehen.
  • Damit erweitert der Flughafen seine Abfertigungskapazität um elf Millionen Passagiere pro Jahr.
  • Dazu gehören exklusive Lounges, welche von Passagieren mit besonderem Flugstatus genutzt werden können.
Von Andreas Schubert

Mit der Exklusivität ist es so eine Sache. Was soll man Menschen noch Besonderes anbieten, für die es zum Beispiel normal ist, im Flugzeug in der ersten Klasse zu reisen. Offenbar reicht es nicht, dass First-Class-Passagiere im neuen Satellitenterminal ihre eigene exklusive Passkontrolle bekommen, dass sie vom Limousinenservice direkt ans Terminal gebracht werden, wo sie dann eine eigene exklusive Lounge mit Ledersesseln, Bar, Ruheräumen und "Wining-and-Dining"-Zone haben.

Nein, jene exklusive Klientel, der natürlich auch vornehme Bäder zur Verfügung stehen, bekommen bei der Lufthansa etwas, das das gemeine Economy-, ja sogar Business-Flieger-Volk gelb vor Neid werden lässt: Badeentchen aus Gummi. Jedes Jahr bringt die Lufthansa eine neue Kollektion heraus. Bei der aktuellen hält das gelbe Badeentchen ein rotes Herzerl im Flügerl, auf dem MUC steht. Auf der Entenbrust steht "Herzlich Willkommen", und am Entenhintern "Lufthansa First Class Lounge München".

Flughafen München

Satellitenterminal: Bald können die Passagiere kommen

Am 26. April soll das Satellitenterminal in Betrieb gehen, damit erweitert der Flughafen München seine Abfertigungskapazität um elf Millionen Passagiere pro Jahr. Wie Terminal-Manager Burkhard Feuge versichert, läuft dabei alles nach Plan. Kaum zu glauben, wenn man sich dem neuen Terminal nähert. Vieles sieht noch sehr nach Baustelle aus.

Aber die neuen Lounges, die die Lufthansa an diesem Montag vorgestellt hat, sind komplett fertig. Fünf neue Lounges gibt es im Satelliten. Zwei Business-Class-Lounges, zwei Senator-Lounges und eben die Lounge mit den Badeentchen. Gut 4000 Quadratmeter umfassen diese Aufenthaltsbereiche. Die Besonderheit dieser neuen Lounges ist der Blick auf das Vorfeld. Wer sich an eine der schicken Sky-Bars im fünften Stock setzt, kann direkt das Geschehen draußen mitverfolgen und dabei einen Cocktail schlürfen.

Wer in welchen Lounges was geboten bekommt

Die Lounges sind alle sehr gediegen ausgestattet mit angenehmen Brauntönen, Ledersesseln und -stühlen, wobei es in der Business-Lounge (Zutritt mit Business-Class-Ticket oder Frequent-Traveller-Card) ein wenig enger zugeht als bei den Senatoren, denen auch eine größere Speisenauswahl zur Verfügung steht - irgendwo muss der Unterschied ja liegen.

Als Frequent-Traveller gilt, wer mindestens 35 000 Statusmeilen gesammelt hat. Den Senator-Status erhält man nur, wenn man in einem Kalenderjahr 100 000 Meilen gesammelt hat. HON-Circle-Members können darüber aber nur schmunzeln, wenn sie ein Stockwerk höher in der First-Class-Badewanne planschen. HON leitet sich vom englischen honour ab - Ehre.

Und die ehrenhaftesten Mitglieder der Lufthansakundenfamilie müssen dafür ganz schön viel dünne Flugzeugluft atmen: Unter 600 000 Meilen in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren in der Business- oder First Class geht da nix. Dafür haben sie in der First-Class-Lounge auch gleich noch eine extra Cigar-Lounge und - darauf ist man bei Lufthansa ganz besonders stolz - eine Dachterrasse, die laut Pressemitteilung die erste ist "im weltweiten Lufthansa-Lounge-Netzwerk".

Die Ruheräume dürfen die Passagiere maximal fünf Stunden nutzen, wer länger zwischen zwei Flügen schlafen will, dem besorgt das Personal ein Tageszimmer im Hilton am Airport. Als Normalflieger kann man von so einem Luxus natürlich nur träumen.

Und weil der Flughafen in Bayern liegt, läuft das Servicepersonal bei besonderen Anlässen wie der Wiesn schon mal im sauber ausgeschnittenen Dirndl auf. Da freut sich der HON-Vielflieger, bevor er, sein Sammel-Badeentchen im Handgepäck, wie George Clooney im Film "Up in the Air" wieder auf Meilenjagd geht.

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