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Neubau des Münchner Hauptbahnhofs:Tropfen im Eingangsbereich

Die Bahn plant deshalb ja seit Jahren große Veränderungen - doch solange nicht klar ist, ob die zweite S-Bahn-Stammstrecke kommt, tut sich auch am Hauptbahnhof nichts. Denn für den Bau des zweiten Tunnels und vor allem für die Errichtung des geplanten Zugangsbauwerks zum neuen S-Bahn-Haltepunkt unter dem Hauptbahnhof müsste das Empfangsgebäude mitsamt der Schalterhalle abgerissen werden. Und erst danach könnte ein neues Empfangsgebäude entstehen. Doch weil seit Jahren unklar ist, ob genügend Geld da ist für den Bau der zweiten Stammstrecke, tut sich auch beim Bahnhof nichts.

Das merkt man dem Gebäude an. Zum Bahnhofplatz hin wirkt die Fassade vergilbt, die Eingangsbereiche sind wenig einladend. Zu lange wurde nichts oder zu wenig gemacht. Zumindest beim nördlichen Zugang an der Arnulfstraße könnte sich bald etwas tun: "Wir haben die Pläne in der Schublade", sagt Hamann. Schon seit Jahren wünscht sich der Bahnhofsmanager eine Umgestaltung des Eingangs.

Heller soll dieser werden, die graue Lamellendecke soll verschwinden, und die enge Rampe, an der sich Wartende, Raucher und gehetzte Pendler in die Quere kommen, soll breiter und einladender werden. 100 000 Euro würde der Umbau schätzungsweise kosten. "Noch ist die Finanzierung offen", sagt Hamann. Sobald er das Geld hat, will er loslegen.

Immerhin auf dem Dach hat sich etwas getan: Die große Halle über dem Querbahnsteig erscheint seit ein paar Wochen freundlicher und heller. Das liegt daran, dass der Konzern acht große Lichtkuppeln ausgetauscht hat. Dort hat er unter anderem die alten, matten Scheiben durch Klarglas ersetzt. "Das bringt jetzt mehr Licht in den Bereich", sagt Hamann.

800.000 Euro hat die Sanierung gekostet, weitere 150.000 Euro fließen in die Erneuerung einer Dachfuge, die den Spalt zwischen dem Dach des Querbahnsteigs und der Bahnsteighalle abdichtet. Diese ist im Laufe der Jahre undicht geworden; bei Regen tropfte es immer mal wieder auf die Bahnsteige.

Das nächste Projekt könnte die Umgestaltung des Holzkirchner Flügelbahnhofs sein. Die Station liegt zwar abseits der großen Fahrgastströme - doch unbedeutend ist sie keineswegs. Viele Pendler, die mit Regionalzügen kommen, nutzen den Bereich. Doch weil die Bahnsteige niedrig sind, ist das Einsteigen in die Züge unbequem. Bei Regenwetter fehlt es zudem an Unterständen. Auch das soll sich ändern, verspricht Hamann. "In der Tat fristet der Holzkirchner Flügelbahnhof noch ein Schattendasein." Die Finanzierung ist auch hier offen, ein entscheidender Punkt spricht aber für eine rasche Sanierung: Die Umgestaltung dort wäre von den Neubauplänen für den Rest des Hauptbahnhofs nicht betroffen.

© SZ vom 23.08.2011/sonn
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