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Neuaubing:Einladendes Entree

Der Kampf hat sich gelohnt. Seit Jahren fordert eine Neuaubinger Initiative die Verschönerung der denkmalgeschützten Dornier-Siedlung.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Der Aufseßer Platz und der Gößweinsteinplatz werden schmucker

Das Planungsreferat befürwortet eine Aufwertung des Aufseßer Platzes und des Gößweinsteinplatzes. Die "Schaffung einer einladenden Entree-Situation" entspreche den Sanierungszielen des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts (ISEK), so die Behörde. Ende des Jahres wollen die Stadtplaner diese Idee daher dem Stadtrat zur Entscheidung vorlegen, als Teil einer mehrere Projekte umfassenden Beschlussvorlage im Sanierungsgebiet Aubing-Neuaubing-Westkreuz.

Die Initiative zur Verschönerung der denkmalgeschützten Dornier-Siedlung kommt aus dem Viertel selbst. Aubings Lokalpolitiker hatten sich bereits vor einem Jahr eine optische Aufwertung dieses Gebiets gewünscht. Zum einen für die Zufahrt, die durch mächtige Pappeln geprägte Straße "Aufseßer Platz". Großzügige Grünanlagen auf beiden Seiten dieser Allee gibt es bereits, aus Sicht des Bezirksausschusses ist dieser Bereich allerdings "wenig ansprechend" gestaltet. Eine attraktivere Bepflanzung, mehr Sitzgelegenheiten und Spielgeräte für den Kinderspielplatz fänden die Bürgervertreter positiv. Sie stören sich auch an den Wertstoffcontainern längs der Straße und an dem großen Parkplatz unmittelbar vor der Tordurchfahrt ins Ensemble.

Für optimierbar erachten die Stadtteilvertreter außerdem die Nutzung des Gößweinsteinplatzes. Der gepflasterte und mit Beeten und Kübeln verzierte Platz ist das Herz der Siedlung und sollte besser belebt werden, finden die Politiker. Die Dornier-Siedlung, auch Siedlung am Gößweinsteinplatz oder, nach dem Namen des damaligen Ministerpräsidenten, Ludwig-Siebert-Siedlung genannt, wurde zwischen 1938 und 1940 nach Plänen des Architekten Franz Ruf für die Mitarbeiter der Dornier-Werke erbaut. Sie gilt als typisches Beispiel einer im Zusammenhang mit dem Aufbau der Rüstungsindustrie konzipierten, nationalsozialistischen Werksiedlung. Vorgesehen waren damals zunächst 800 Wohnungen, errichtet wurde allerdings nur die südliche Hälfte der Siedlung. Den Bau des Nordabschnitts verhinderte der Zweite Weltkrieg. Der Gößweinsteinplatz sollte seinerzeit als Dorf- und Appellplatz dienen. Heute steht die Siedlung unter Denkmalschutz, alle Veränderungen müssen daher im Einklang mit dem geschützten Ensemble geplant werden.