Nahverkehr in München:Mit diesen Gefährten kommt man durch die Stadt

Tram, Bus, U-Bahn: Die MVG setzt teils auf innovative Technik, hat aber auch noch einige alte Schätzchen in den Depots.

Von Günther Knoll

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Bei Trambahnfreunden erwecken sie nostalgische Gefühle, die drei Wagen der Baureihe P, die immer noch in München im Einsatz sind. Das Fassungsvermögen der "zweiteiligen Gelenkwagen mit Beiwagen", die in den Sechzigerjahren von der Waggonfabrik Rathgeber in Moosach gebaut wurden, bringt auf stark frequentierten Strecken Entlastung: 227 Fahrgäste haben darin Platz, 82 davon auf Sitzen. Seit 50 Jahren rattern diese alte Straßenbahnen schon durch die Stadt, auch wenn ein großer Teil inzwischen nach Rumänien verkauft oder verschrottet wurde.

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Die Zukunft der Münchner Straßenbahn heißt Avenio. Nach ein paar Kinderkrankheiten fahren die von Siemens in Wien entwickelten neuen Trambahnzüge seit September 2014 inzwischen planmäßig sicher und ruhig auf den Tram-Gleisen durch die Stadt, so dass die MVG gleich noch einmal 22 neue Einheiten nachbestellt hat. Acht Türen ermöglichen schnelles Ein- und Aussteigen für maximal 216 Fahrgäste. Und große Fenster laden auch zur Stadtrundfahrt mit Panoramablick ein, so dass man schon einmal das Aussteigen vergessen kann.

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Bei Bussen ist der Verschleiß hoch, so ist dieser MAN-Gelenkbus aus dem Jahr 2007 schon ein Senior in der MVG-Flotte. Im Schnitt sind die Busse nur zwölf Jahre im Linienverkehr-Einsatz. Die meisten Busse fahren noch mit Diesel, deshalb will die MVG ihren Buspark umrüsten, sie will zunehmend E-Busse bestellen. Der älteste MAN-Gelenkbus hat übrigens fast 53 Jahre auf dem Buckel, er war bis 1976 im Linieneinsatz in München und steht im MVG-Museum. Der Omnibus-Club München hat ihn jedoch wieder zulassungsreif restauriert.

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In Sachen Elektromobilität hat die MVG bei Bussen einiges ausprobiert, inzwischen hat sie die ersten E-Solobusse des niederländischen Herstellers Ebusco erworben und im Linienverkehr eingesetzt. Die zwölf Meter langen Solobusse nutzen Lithium-Eisen-Phosphat-Akkumulatoren mit einer Kapazität von rund 300 Kilowattstunden als Energiespeicher. Die Ladung der Batterien erfolgt über Nacht im Betriebshof. Die Reichweite beträgt bei vollem Energiespeicher rund 250 Kilometer, für Linienfahrten in der Stadt ausreichend. Die MVG will künftig ihren ganzen Bus-Fuhrpark elektrisch betreiben.

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Das Modell C 2 ist momentan das jüngste Kind im Münchner U-Bahn-Wagenpark. Statt des alten Doppeltriebwagens mit abgeschlossenen Waggons bildet dieses Fahrzeug eine durchgehende Einheit. So haben 940 Fahrgäste darin Platz, und der freie Blick durch den ganzen Zug soll den Fahrgästen auch ein Gefühl der Sicherheit geben. Im Vorgängermodell sind die Sitzreihen, die längs zur Fahrtrichtung angebracht sind, erstaunlicherweise aus Holz und erinnern irgendwie an die alte Trambahnen. Die C-2 Baureihe, von der momentan bereits bis zu zwölf Züge in München fahren, erhielt sogar einen Designer-Preis.

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Man könnte annehmen, dass sie schon zum alten Eisen gehören, die A-Doppeltriebwagen der Münchner U-Bahnflotte. Doch zuverlässig leisten sie seit vierzig Jahren und noch länger ihren täglichen Dienst im Münchner Untergrund. Ein erster Teil der 190 Wagen umfassenden Flotte hätte nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 durch neue Wagen ersetzt werden sollen, doch weil Züge der späteren C-Generation wegen Problemen mit den Radsatzwellen teilweise länger ausfielen, ließ man die blau-weißen Oldtimer auf den Schienen. 170 von ihnen garantieren den Fahrgasttransport im Untergrund.

© SZ vom 20.02.2018/vewo
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