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Nachruf:Zum Tod des Malers Maximilian Seitz

Von Evelyn Vogel

Er ging als Künstler immer seinen eigenen Weg. So beschreiben Angehörige und Freunde den Maler Maximilian Seitz, der, wie nun bekannt wurde, im Alter von 83 bei dem Brand des Alten Rathauses in Sauerlach vergangene Woche ums Leben kam. In letzter Zeit sei es ihm nicht mehr so gut gegangen, weiß sein Neffe Emanuel. Der Verlust der Lebensgefährtin vor fünf Jahren habe ihn sehr mitgenommen. Von einem Oberschenkelhalsbruch im vergangenen Jahr habe er sich einigermaßen gut erholt, der coronabedingte Lockdown habe ihm aber sehr zugesetzt. Die persönlichen Kontakte zu seinen Sammlern hätten ihm sehr gefehlt.

Kein Wunder bei einem Künstler, der sich nie den Mechanismen des Kunstmarkts unterordnen wollte und sein Leben lang ohne Galerist arbeitete. Als Stammgast im "Schumann's" hielt Max Seitz jahrelang mit Münchner Kunstliebhabern Kontakt. Der Koch und Gastronom Karl Ederer zählte zu seinen Sammlern. Mit der Modemacherin Susanne Wiebe verwirklichte er verschiedene Kunstprojekte. Die Anerkennung für Seitz, der sich nach einer Ausbildung zum Fotografen entschloss, bei Jean-Jacques Deyrolle an der Münchner Kunstakademie Malerei zu studieren, war aber viel breiter. Der Schwabinger und der Nymphenburger Kunstpreis und eine Documentabeteiligung zeugen davon, wie sehr Seitz mit seinen abstrakten Bildern, inspiriert vom Licht des Südens und Formen aus der Natur, begeisterte.

Seitz, geboren in Trostberg, wuchs in Sauerlach auf, wo der Vater Lehrer war. Die Familie wohnte im damaligen Schul- und späteren Rathaus. Hier hat Maximilian Seitz sein ganzes Leben verbracht. Sein Atelier in München teilte er sich zuletzt mit seinem Neffen Emanuel, dessen künstlerische Karriere wesentlich vom Onkel befördert worden war, wie er erzählt. Dort befinden sich noch einige der farbintensiven, abstrakten Bilder von Max Seitz. Sein Werk lebt also fort.

© SZ vom 18.01.2021
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