Nachruf Filmhistoriker Enno Patalas ist tot

Der Filmhistoriker und -kritiker Enno Patalas ist tot. Wie das Filmmuseum München am Mittwoch bestätigte, sei Patalas bereits am Dienstag gestorben. Von 1973 bis 1994 leitete er ebenjene Kinemathek, wo er Retrospektiven kreierte und Pionierarbeit bei der Filmrestauration leistete; vor allem Stummfilme lagen ihm am Herzen. Besondere Beachtung fanden die Rekonstruktionen der Fritz-Lang-Filme "Metropolis", "M" und "Die Nibelungen". Außerdem baute er ein Archiv mit Tausenden Filmtiteln auf, darunter internationale Klassiker, neue deutsche Filme, deutsche Stummfilme und Münchner Filmgeschichte, zum Beispiel Karl Valentin. Enno Patalas, geboren 1929, hat in Münster Publizistik und Germanistik studiert und war viele Jahre lang Redakteur bei der Zeitschrift Filmkritik, die er auch mit gründete. Er hat Bücher veröffentlicht, etwa über Lang oder Alfred Hitchcock. Für seine herausragenden Verdienste um den deutschen Film wurde er 1993 mit dem Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises geehrt. Enno Patalas war mit der Kritikerin und Essayistin Frieda Grafe verheiratet, mit der er auch zusammenarbeitete. Sie starb 2002 in München.