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Nach stadtweiter Bewerbung:Gewusst wie und wo

Trio in der Schwanthalerhöhe erhält den Zuschlag für das ambitioniert angelegte Projekt Inklusion

Von Andrea Schlaier, Schwanthalerhöhe

Was, wenn die Hilfe zwei Häuser weiter wohnt und man nimmt sie nicht in Anspruch, weil man schlicht nichts von ihr weiß? Zum Beispiel vom Kreis der Post-Covid-Erkrankten, der sich über Symptome, Erfahrungen mit Ärzten, Sorgen und Ängste austauscht. Die Gruppe ist im Selbsthilfezentrum München an der Westendstraße 68 angesiedelt. Angebote wie diese sichtbar zu machen für diejenigen, die's auch im Viertel angeht, und verständlich in einer Sprache, die auch diejenigen verstehen, die sich mit elaboriertem Deutsch schwer tun, das ist eine Aufgabe, der sich ein neu geschaffener Kreis in der Schwanthalerhöhe in den nächsten drei Jahren annimmt. "Inklusion" heißt dann das weit gefasste Aufgabenfeld des Trios aus Sozialbürgerhaus Laim/Schwanthalterhöhe, Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe und Regionaler Arbeitsgemeinschaft Soziales (RAGS) als fachübergreifendes Steuerungsgremium einer Region.

Erstmals haben Regsam und das Sozialreferat dieses Schwerpunktthema stadtweit ausgeschrieben, und von elf Bewerbern hat die Gruppe aus der Schwanthalerhöhe das Rennen gemacht. Ausschlaggebend war dabei, sagt die zuständige Regsam-Moderatorin Nuria Weberpals, "dass die Bewerbung sehr fundiert war und sich genug Leute finden, das Projekt mitzutragen", sprich Politik und soziale Institutionen auf Augenhöhe kooperieren.

Katharina Jarrah, für die Linke Inklusionsbeauftragte im Bezirksausschuss, erzählt von der umfangreichen Vorarbeit für die Bewerbung gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen des Gremiums. "Es ging darum, erst mal zu erfassen, welche Akteure im Viertel überhaupt schon da sind und welchen Bedarf sie haben."

Eine Adresse nach der anderen haben sie kontaktiert und nach der Bereitschaft zum Mittun gefragt. Im Boot sitzen jetzt so unterschiedliche Partner wie Donna Mobile als Gesundheits- und Beratungseinrichtung für Migrantinnen und interkulturelle Altenarbeit, das Ledigenheim, der Gesundheitsladen an der Astallerstraße, Kitas und Schulen im Bezirk oder die sozio-kulturelle Plattform Köşk. "Wir wollen alle Akteure an einen Tisch bringen, einen Handlungsrahmen abstecken und daraus einen Ziel- und Maßnahmenkatalog erarbeiten."

Barrierefreiheit ist bei diesem Netzwerken in vielerlei Hinsicht ein Thema, auch, was Inhalte und Sprache angeht, etwa bei Menschen mit Migrationshintergrund, Senioren oder Menschen mit Behinderung. Deshalb sollen Informationen erst mal etwa in sogenannter leichter Sprache formuliert werden.

Am Ende eines solchen Prozesses, sagt Regsam-Moderatorin Nuria Weberpals, stünden oft sehr konkrete Projekte. Bei vergangenen Schwerpunkt-Regionen etwa in Neuperlach gab's einen Krankenhaus-Flyer, der die Patienten über eine Sozialberatung in der Klinik informierte. Den Schwerpunkt Inklusion gebe es zwar erstmals, hier gelte aber der Grundsatz wie bei ähnlichen Projekten: "Nah am Bedarf."

© SZ vom 07.05.2021
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