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Nach Hungerstreik:Starke Polizeipräsenz bei Asyl-Mahnwache

Der Münchner Rindermarkt ist am Donnerstag wieder zum Ort des Protestes gegen die Asylpolitik geworden. Doch die Mahnwache von Flüchtlingsaktivisten verlief ohne jede Störung. Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz, um eine erneute Besetzung zu verhindern.

Die Mahnwache von Flüchtlingsaktivisten auf dem Rindermarkt ist am Donnerstagabend ohne jede Störung verlaufen. Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz, um eine erneute Besetzung des Platzes zu verhindern. Zu den Demonstranten stießen auch einige jener Flüchtlinge, die vor zwei Wochen mit dem Hungerstreik Bewegung in die bayerische Asylpolitik gebracht haben.

"Kein Mensch ist illegal - Solidarität mit den Asylsuchenden", lautete der Titel der Versammlung. Sie wurde von Nicole Fritsche angemeldet, die dem bayerischen Landesvorstand der Linkspartei angehört. Hinter der Aktion stehe ein loses Netzwerk aus der linken Szene, das sich für eine Verbesserung der Flüchtlingspolitik einsetzt.

Das Kreisverwaltungsreferat hatte im Vorfeld versucht mit strengen Auflagen, eine erneute Besetzung des Platzes zu verhindern. So sind höchsten zwei Pavillons erlaubt, die an der Seite auch offen sein müssten. "Wir wollen reinsehen können", sagt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle. Verboten sind "Einfriedungen" durch Stelltafeln oder Transparente. Auch die Polizei habe die Sorge geäußert, dass es zu einer ähnlichen Aktion wie vor zwei Wochen kommen könnte.

Kardinal Reinhard Marx fordert unterdessen einen menschlicheren Umgang mit Asylbewerbern in Bayern. "Sobald jemand bei uns ist, egal aus welchem Grund, muss er menschenwürdig aufgenommen werden", sagte er vor rund 600 Gästen beim Jahresempfang des Erzbistums. Juristische Prüfungen und Fragen des Asylrechts dürften erst an zweiter Stelle stehen.

© SZ vom 12.07.2013/beka/wet/afis
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