Nach Gespräch mit Erzdiözese BND baut Funkanlage in Frauenkirche ab

Im Nordturm der Frauenkirche hat der BND einen Repeater verbaut. Der sei seit 2011 schon nicht mehr genutzt worden.

(Foto: dpa)

Der Geheimdienst hält aber auch fest: Mit der Anlage im Nordturm habe man zu keiner Zeit Funkverkehr abhören können.

Von Kassian Stroh und Jakob Wetzel

Im Nordturm der Münchner Frauenkirche wird es künftig keine Funkanlage des deutschen Auslandsgeheimdienstes mehr geben: Wie der Bundesnachrichtendienst (BND) am Freitag in Berlin mitteilte, will er seine Technik noch vor Ostern aus dem Liebfrauendom entfernen. Das habe man den zuständigen Stellen im Erzbistum München und Freising angeboten.

Der im Turm verbaute "Repeater", eine Anlage zur Verstärkung von Funksignalen, sei schon seit 2011 nicht mehr genutzt worden. Laut Erzbischöflichem Ordinariat traf sich der Hausherr der Frauenkirche, Domdekan Lorenz Wolf, am Freitag in München mit einem BND-Vertreter. Wolf sprach im Anschluss von einem "einvernehmlichen Gespräch", in dem der BND zugesichert habe, die umstrittene Anlage abzubauen.

Deren Existenz war am Wochenende bekannt geworden. Am Mittwoch hatte Wolf gesagt, "Abhörtechnik würden wir im Domturm nicht dulden". Laut BND diente die Anlage aber allein der internen Kommunikation: Sie habe die Reichweite von vom BND genutzten Funkstrecken erhöht.

"Zu keiner Zeit war die Anlage geeignet, fremde Funkverkehre abzuhören", hieß es. Laut Ordinariat ist weiterhin unklar, wann die Anlage installiert wurde; dies müsse vor 1989 geschehen sein. Klar sei aber, dass der BND dafür kein Geld an die Kirche gezahlt habe.

Glaube und Religion Das Erzbistum will keinen Spitzelturm

Reaktion auf Kritik

Das Erzbistum will keinen Spitzelturm

Es bricht damit sein anfängliches Schweigen zur BND-Technik in der Frauenkirche - und prüft, ob solche Aktionen "mit einem Gotteshaus vereinbar" sind.   Von Jakob Wetzel