Nach Attacke im Arabellapark U-Bahn-Schläger droht Ausweisung

Serkan A. und Spyridon L. traten einen Rentner am Arabellapark so brutal zusammen, dass dieser beinahe gestorben wäre. Nun soll der eine zurück in die Türkei.

Sie sind als U-Bahn-Schläger bekannt geworden: Serkan A. und Spyridon L. traten 2007 einen Rentner an der U-Bahn-Station Arabellapark so brutal zusammen, dass dieser beinahe gestorben wäre. Beide Täter wurden zu langer Haft verurteilt, das ist der eine Teil ihrer Strafe. Der andere: Sie sollen München verlassen. A. hat gegen den Ausweisungsbescheid der Stadt geklagt, doch in erster Instanz verloren.

Das Bild einer Überwachungskamera zeigt die brutale Tat: 2007 schlugen zwei Männer brutal auf einen Rentner ein.

(Foto: dpa)

Laut Claudia Vollmer, Chefin der Ausländerbehörde, gab das Verwaltungsgericht am Donnerstag der Stadt recht. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Die Stadt betrachtet das Verfahren als Musterprozess.

"Das darf sich die deutsche Gesellschaft nicht bieten lassen", sagt Vollmer und meint die Tat vom Arabellapark, die, weil auf Video aufgezeichnet, bundesweit für Entsetzen sorgte. Deshalb auch die Ausweisung, die bei Serkan A. nach drei Vierteln seiner Strafe von zwölf Jahren möglich wäre, vorausgesetzt, die deutsche Justiz ist einverstanden.

Die zwangsweise Rückkehr in die Türkei würde für A. nämlich die Freilassung bedeuten, in der Türkei würde die Haft nicht fortgesetzt. A., zur Tatzeit 20 Jahre alt, habe es nicht geschafft, sich in Deutschland zu integrieren und sich auch in der Haft nicht gebessert, weshalb laut Vollmer die Ausweisung die adäquate Reaktion sei. Dies sei mit der Regierung von Oberbayern und dem Innenministerium abgestimmt.

Spyridon L., zur Tatzeit 17 und zu achteinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt, wird Deutschland auf jeden Fall verlassen. Er ist zwar Grieche und damit EU-Bürger, aber auch er kann zur Rückkehr in die Heimat gezwungen werden. L. akzeptierte den Bescheid der Stadt.