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Restaurant MyThai Kitchen:Manche mögen's scharf

MyThai Kitchen Thailändisch in Altschwabing Bilder

MyThai Kitchen

Thailändisch in Altschwabing

Die Fliegerbombe an der Münchner Freiheit hat Altschwabing einen neuen Thailänder beschert. Eine Ruheoase mitten im hektischen Stadtalltag - und ein Essen, das an den letzten Thaiandurlaub erinnert.

Thai-Curry statt Bubble Tea: An der Münchner Freiheit gibt es ein thailändisches Restaurant, in dem man essen kann wie auf Koh Samui. Eine Ruheoase mitten im hektischen Stadtalltag. Und mit den Cocktails zur Happy Hour vergisst man sogar das trübe Münchner Wetter.

Dieser Text ist leider veraltet, das Restaurant gibt es inzwischen nicht mehr.

Im Grunde existiert das MyThai Kitchen in Schwabing nur wegen einer Bombe. Der Bombe. Die Schwabinger Fliegerbombe, die Ende August 2012 an der Münchner Freiheit, just unter der legendären Boazn Schwabinger 7, gefunden wurde und in einer höchst delikaten Aktion eines Sprengmeister zur Explosion gebracht werden musste. Durch die Detonation wurden alle umliegenden Geschäfte in Mitleidenschaft gezogen, auch der Bubble-Tea-Laden "Meito", der gegenüber lag. Der Laden wurde zerstört und öffnete nie wieder.

Ein Jahr nach der Zerstörungswut der Bombe eröffnete die im Glockenbachviertel bekannte und viel gelobte "Lotus Lounge" hier einen Ableger. Jetzt, einige Monate danach, hat sich das thailändische Restaurant in der Feilitzschstraße 6 schon einen kleinen Stammkundenkreis erarbeitet. Zeit, dem Lokal einen Besuch abzustatten.

Betritt man die MyThai Kitchen taucht man sofort in eine andere Welt ein. Verbreiten draußen vor der Tür noch hupende Autos und vorbeieilende Fußgänger Hektik, kommt man drinnen schnell in einen anderen Modus. Braun- und Creme-Töne dominieren das Innere. Gedämpftes Licht sorgt für warme Atmosphäre. Meditierende Buddhas und ein freundliches Personal strahlen Ruhe aus.

Als Vorspeise wählen wir den "Salat Tofu" (6,20 Euro) und "Pöpia", thailändische Frühlingsrollen (5,90 Euro). Der Salat ist knackig und frisch, angemacht mit einem süß-saurem Dressing. Der Tofu, fest in der Konsistenz, wurde in der Pfanne leicht angebraten und wird mit einer cremige Erdnusssauce gereicht. Es schmeckt fantastisch. Die Frühlingsrollen, die mit Gemüse gefüllt sind, sind knusprig und gut gewürzt. Zum Tunken bekommt man eine süß-scharfe Chilisauce.

Beim Hauptgericht hat man die Wahl: Huhn, Schwein, Rindfleisch, Ente, Lamm, Fisch, Meeresfrüchte oder doch gebratene Nudeln oder etwas Vegetarisches? Schließlich nehmen wir "Gung Pad Bai Kaprao", in Knoblauch gebratene Hummerkrabben, mit frischem Chili, Zwiebeln und Thaibasilikum (19 Euro) und "Gaeng Pag", ein rotes Thaicurry mit Kokosmilch, Gemüse und gebratenem Tofu (14 Euro). Die Krabben sind groß, frisch, saftig und derart deliziös zubereitet, dass man noch beim Schreiben über dieses Gericht ins Schwärmen kommt. Menschen mit empfindlichen Gaumen seien hier jedoch gewarnt. Auf der Karte steht "scharf" dabei - und hier ist mit scharf auch scharf gemeint. Mund und Lippen brennen nach dem Verzehr wie damals im Thailandurlaub. Im Augenwinkel hat man ein paar kleine Tränen. Aber wer echtes Thai-Essen liebt, dürfte hier ins Schwärmen kommen.

Auch das vegetarische Curry ist großartig. Die rote Kokossauce ist sämig und das Gemüse frisch. Serviert werden beide Gerichte mit Reis. Und sie sind derart üppig, dass wir gar nicht alles schaffen und auf dem Nachhauseweg schwören, am nächsten Tag bestimmt kein Frühstück verdrücken zu können.

Getrunken haben wir übrigens ein Radler (3,70 Euro), das hier mit Tegernseer Hellen gemacht wird und bei den scharfen Gerichten perfekt als Durstlöscher funktioniert. Aber auch Cocktailfreunde kommen auf ihre Kosten. Zwischen 21 und 24 Uhr ist Happy Hour, jeder Drink kostet nur 5,50 Euro. Auf der Getränkekarte stehen sämtliche Cocktailklassiker, von Singapore Sling über Mojito bis Whiskey Sour. Das Publikum im MyThai Kitchen scheint das zu goutieren, die Atmosphäre ist locker und entspannt. Ein Restaurant, in das man gerne wieder kommt und das in Altschwabing längst überfällig war. So war die Fliegerbombe wenigstens auch zu etwas gut.