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Mynah Bar:Bespaßung im modernen Tiki

"Mynah Bar" in München, 2018

Die "Mynah Bar" in München.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Mynah Bar in Schwabing spielt mit überholten Südsee-Klischees, nimmt sich dabei aber selbst nicht zu ernst.

Der Artikel ist leider nicht mehr aktuell, da die Bar mittlerweile geschlossen ist.

"Kauft ihr für einen Kindergeburtstag ein?" ist eine Frage, die Barbesitzer an der Kasse eher selten hören. Aber die kleinen Schirmchen, Wassermelonenkaugummis, Miniaturschwerter und Wunderkerzen hatten wohl mehr Eindruck gemacht als der Wagen voll Schnaps. Lukas Motejzik lacht noch heute über die Episode im Großmarkt, aber sie beschreibt eines auch ganz gut: "Wir wollen mit unserem Konzept einfach Spaß haben."

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Das Konzept der Mynah (sprich Meina) Bar in Schwabing nennt Moritz Meyn "urbanen Tiki". Tiki ist eigentlich nichts anderes als eine Wie-sich-US-Amerikaner-in-den-Fünfzigerjahren-die-Südsee-vorstellten-Kultur mit geschnitzten Masken und Schirmchendrinks, wie sie zum Beispiel das Trader Vic's im Bayerischen Hof zelebriert. Zu tief in die Klischee-Kiste greifen die Betreiber aber nicht.

In dem verschachtelten Souterrain an der Elisabethstraße, das nun der Mynah Bar ein Zuhause bietet, betrieb Meyn bis vor Kurzem noch das mexikanische Isses - fand aber, das Lokal könnte ein Update gebrauchen. Und so tat sich der Gastronom, der sich mit der Bar Kopper und dem Museumsrestaurant Mural einen Ruf erarbeitet hat, mit dem preisgekrönten Mixologen Lukas Motejzik zusammen, der unter anderem das Zephyr betreibt.

Spaß haben, fanden die beiden, lasse sich mit der Tiki-Idee eine Menge, und den hatte auch der Künstler Matthias Mross mit den Wänden, die jetzt unter anderem Schlingpflanzen zieren und ein schwarzer Vogel: ein Beo, auch Mynah genannt, er ist fester Bestandteil des Tiki-Kitsch. Für das Mynah mischten die beiden Gastronomen noch etwas urbanen Flair bei, Grau in Form von Betonhockern und Lampen für das hauptsächlich in Dunkelgrün gehaltene Lokal. Der Tresen am Eingang ist als Bambushütte verkleidet, an der Wand leuchtet eine Ananas, und draußen auf der großen Terrasse spenden Bastschirme Schatten.

Die Gäste essen Poke-Bowls (12,99 Euro) und Pastrami-Sandwiches (9,99) oder auch Toast Hawaii mit Schinken, Cheddar-Käse und Ananas-Habanero-Reddish (6,99) und frittiertes Bounty-Eis mit Ananas-Chutney (6,99), bevor sie sich den Cocktails widmen, mit deren Erfindung und Modifizierung Motejzik seinen Spaß hatte. Typische Tiki-Drinks mit ihrem eigentlich schlechten Ruf hat er neu interpretiert. Aus dem Pina Colada ist so ein Yoga Colada geworden, statt Sahne und Kokossirup wird im Mynah Kokosjoghurt verwendet (11,99), der Cocktail schmecke so frischer und leichter, "eher wie ein Milchshake", sagt Motejzik.

Aus dem Mai Tai ist ein Mai Tai Highball geworden, mit hausgemachtem Sirup aus Mandel, Orangenabrieb und Zitrone, aufgegossen mit Ginger Beer (11,99). Den Miracle Punch auf Rum-Basis (12,99) ziert eine Wunderkerze, andere Drinks silberne Miniaturschwerter oder Wassermelonenkaugummis. Tiki nimmt sich eben nicht so ernst. Wer möchte, kann mindestens so viel Spaß haben wie früher auf einem Kindergeburtstag.

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