Laut einer Umfrage des Kreisjugendrings fühlen sich nicht wenige junge Menschen, insbesondere junge Frauen, im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) zu später Stunde nicht sicher. Es sei zu sexuellen Belästigungen gekommen, berichteten 28 Prozent der jungen Frauen. Viele meiden den ÖPNV deshalb nachts. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) teilte nun am Dienstag mit, U-Bahn, Bus und Tram seien in München „mindestens genauso sicher wie der übrige öffentliche Raum in der Landeshauptstadt“.
Von allen Gewaltdelikten, die die Münchner Polizei im Stadtgebiet dokumentiere, würden etwa 3,5 Prozent im Bereich der MVG begangen. „Häufig beziehen sich Angaben zu Angstgefühlen im öffentlichen Nahverkehr auf das Bahnhofsumfeld oder den Weg von zu Hause beziehungsweise nach Hause und weniger auf die Fahrt in den Verkehrsmitteln“, so die MVG. Diesen Schluss zieht die Verkehrsgesellschaft aus einer eigenen Analyse, für die im ersten Halbjahr 2025 rund 1200 Kundinnen und Kunden befragt wurden.
„Die deutliche Mehrheit der Befragten ist mit dem Sicherheitsgefühl nachts zufrieden oder sehr zufrieden“, teilt die MVG mit. „Weniger zufrieden oder unzufrieden mit dem Sicherheitsgefühl nachts sind weniger als ein Viertel beim Warten an der Haltestelle oder am U-Bahnhof und 15 Prozent der Befragten im MVG-Verkehrsmittel.“
Dabei gibt es schon Maßnahmen für mehr Sicherheit wie Videoüberwachung der Bahnhöfe und Fahrzeuge, Notrufeinrichtungen und 130 Mitarbeiter der U-Bahn-Wache. Eine übersichtliche Gestaltung der Bahnhöfe und Wege ohne dunkle Ecken sowie ein freundliches und helles Umfeld in den Fahrzeugen sollen ebenfalls das Sicherheitsgefühl erhöhen. Diese Maßnahmen seien aber nicht ausreichend bekannt. Deshalb startet im neuen Jahr eine Informationskampagne zusammen mit der Deutschen Bahn sowie der Münchner Polizei und der Bundespolizei München.

