Öffentlicher Nahverkehr MVG meldet Rekordzahlen für U-Bahn, Bus und Tram

Eine Trambahn fährt am Hauptbahnhof an einer anderen Trambahn vorbei.

(Foto: dpa)

2018 waren so viele Menschen mit dem Öffentlichen Nahverkehr unterwegs wie nie zuvor. Die Münchner Verkehrsgesellschaft zählte rund 596 Millionen Fahrgäste.

Die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt werden immer voller. Da wundert es nicht, dass die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nun schon zum 14. Mal in Folge einen Fahrgast-Rekord vermeldet. 2018 waren so viele Menschen mit U-Bahn, Bus und Tram unterwegs wie nie zuvor, nach vorläufigem Ergebnis rund 596 Millionen. Dies entspricht einer Steigerung von rund zwei Prozent. 2017 zählte die MVG rund 585 Millionen Fahrgäste. Welche einzelnen Verkehrsmittel in München wie oft genutzt wurden, will die MVG bis zum Frühjahr auswerten.

MVG-Chef Ingo Wortmann setzt auf eine weitere Steigerung. "Der ÖPNV muss weiter wachsen, damit München nicht die Luft ausgeht", sagt er. "Dafür brauchen wir rasche und manchmal auch mutige Entscheidungen, etwa für mehr Busspuren, mehr Parkverbote am Straßenrand und größere Haltestellen." Genug Platz und Vorfahrt für Busse seien auch Voraussetzungen für neue Expresslinien, wenn diese ihrem Namen gerecht werden sollen. "Bei der Tram sind wir am Zug", sagt Wortmann. Der Bauantrag für die Westtangente sei in Arbeit, sehr intensiv laufe auch die Vorplanung für die Tram-Nordtangente, die durch den Englischen Garten führen soll.

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Freilich weiß auch Wortmann, dass es bei den Münchner Verkehrsmitteln auch Defizite gibt. Bei der U-Bahn konzentriere sich die MVG auf die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Infrastruktur. Außerdem wolle man die Betriebsqualität stabilisieren. "Und unsere Planer treiben die U9 voran", sagt der MVG-Chef, der sich allerdings um die Finanzierung Sorgen macht. "Wir fordern mehr Geld für den Ausbau, endlich auch finanzielle Unterstützung bei Erneuerungsmaßnahmen - und neue Berechnungsgrundlagen." Die Fördertöpfe müssten für Neubauvorhaben wie die U 9 geöffnet werden.

Das Problem: Weil die geplante Linie keine neuen Gebiete erschließen wird, sondern als Entlastung der bestehenden U3 und U6 in der Innenstadt gedacht ist, sind vom Bund derzeit keine Mittel zu erwarten. Denn um Fördergeld zu bekommen, muss ein Verkehrsprojekt gemäß dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) einen Nutzen-Kosten-Faktor über eins bekommen, was in der Regel aber nur dann der Fall ist, wenn sich Fahrzeiten verringern und zusätzliche Fahrgäste gewonnen, nicht aber die Verkehre nur umverteilt werden.

Der Städtetag drängt schon seit längerem auf eine Änderung der Finanzierungsregeln. Demnächst will Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nach Berlin fahren, um mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) über die Systematik des GVFG zu reden. Reiter fordert einen Sondertopf für große Infrastrukturmaßnahmen.

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